Dies ist nicht nur wegen der Zahl an sich bemerkenswert, es gibt auch anderweitig zu denken. Denn „Busted Stuff“ sollte schon vor einem Jahr erscheinen. Das Album war also längst im Kasten; wer wollte, konnte es als Raubkopie bekommen, und es ist anzunehmen, dass viele Fans diese Möglichkeit auch gern beim Schopf packten. Trotzdem erreicht die Dave Matthews Band eine derart massive Erstauslieferung. Man könnte daraus schließen, dass ihre Fans besonders treu sind, was wahrscheinlich zutrifft. Doch der Falll könnte auch die These belegen, dass sogar Leute, die sich Musik aus dem Internet fischen oder die illegal kopieren, dennoch den fertigen Tonträger kaufen wollen, so sie ihn denn der Kosten und Mühen für wert erachten. Schon die enge Bindung zum Künstler kann bei dieser „Kosten-Nutzen-Relation“ den Ausschlag zum Kauf liefern.
Wie es in deutschen Landen mit der Kundenbindung bestellt ist, wird die Praxis zeigen, wenn die neuen Alben von Herbert Grönemeyer, Westernhagen, Peter Maffay, Helmut Lotti, Rosenstolz und anderen kommen. Da besteht jedenfalls Grund zur Hoffnung. Ein Argument für die Original-CD ist und bleibt für die Fans die Ausstattung: Wenn die Verpackung gut ist, hält sich die Kopierlust vermutlich in Grenzen. Es wäre in dieser Hinsicht schon viel gewonnen, wenn die normale CD in einer DVD-Hülle anstatt in einem zerbrechlichen Jewel Case stecken würde. Bei DVD-Audio und SACD kommen zur Verpackung die inneren Werte hinzu: Wer einmal den Surroundsound genossen hat, will nur ungern zum Stereoklang zurück. Zudem sind die Multichannel-Aufnahmen kopierresistent – auch dies eine Ermutigung für die Zukunft. Die deutschen Tonstudios haben sich bereits auf Multikanal eingestellt, wie man im Special weiter hinten lesen kann.
Manfred Gillig-Degrave [mailto:[email protected]@@@[email protected]] Chefredakteur



