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Apropos: ln Deutschland regieren Angst und Schrecken

Tierische Angst macht sich breit in Deutschland, das demokratische Staatswesen wird in seinen Grundfesten erschüttert. Immer mehr unbescholtene Bürger sind heftigsten Panikattacken ausgesetzt …

Tierische Angst macht sich breit in Deutschland, das demokratische Staatswesen wird in seinen Grundfesten erschüttert. Immer mehr unbescholtene Bürger sind heftigsten Panikattacken ausgesetzt.

Von allen Seiten werden sie bedrängt: Zahlen sie keine Steuern, droht das Finanzamt. Bleiben Rechnungen offen, klingelt der Gerichtsvollzieher. Halten sie sich nicht an die Straßenverkehrsordnung, müssen sie existenzgefährdende Bußgelder zahlen. Von Diebstahl, Banküberfall oder Meuchelmord ganz zu schweigen.

Vor all diesen Dingen warnen zwar Gesetze, auf dass niemand in eine unangenehme Situation gerate. Doch dabei handelt es sich mitnichten um harmlose individuelle Aufklärung, sondern um fiese Angstmodelle.

Auch Warnhinweise im Internet gehören zum Instrumentarium der psychischen Folter. Darauf hat kürzlich Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hingewiesen: „Das Warnhinweismodell ist ein Angstmodell. Ein solches Angstmodell wird es mit mir nicht geben“, stellte sie klar.

Was aber ist ein Angstmodell? Für die Angst- und Panikhilfe Schweiz ist es Auslöser für Panikattacken mit üblen Folgen: „Da das vegetative Nervensystem durch die Dauerbelastung mit den Ängsten aus dem Gleichgewicht gerät, werden Panikpatienten von andauernden körperlichen Symptomen geplagt, die nur durch Beruhigungsmittel, Alkohol oder andere Drogen gedämpft werden können.“ Viele Angstpatienten fühlten sich nur noch in der eigenen Wohnung einigermaßen sicher. „Sie vereinsamen immer mehr, und das soziale Netz fällt auseinander.“

Kennt die Justizministerin solche Symptome? Ist sie schon zu verblendet, um zu erkennen, wie demagogisch sie daherredet? Oder verwechselt sie bloß das soziale Netz mit dem Internet?

Manfred Gillig-Degrave Chefredakteur MusikWoche [email protected]