Musik

apropos: Konzertierte Aktion

Hat die Konzertveranstalter-Branche nur zwei Gesichter? Stehen nur noch Bremer Kaufmannskunst (CTS Eventim) gegen Berliner Angriffslust (DEAG)? Führt ein Börsengang zwangsläufig zu immer mehr Konzentration? Oder ist Vielfalt auch bei den Veranstaltern Trumpf? Solche Fragen stellen sich dem, der die deutsche Live-Entertainment-Szene unter die Lupe nimmt.

Aber wie auch immer die Antworten aussehen – Fakt ist, dass Konzert- und Tourneeveranstalter im Jahr 2000 knapp 100 Millionen Euro mehr umsetzten als die Tonträgerfirmen. Damit sind sie ein ernstzunehmender und positiv gepolter Wirtschaftsfaktor in einem rezessiven Umfeld. Das soll nicht heißen, dass die Veranstalter in einem Paradies leben, denn gerade die sogenannte Ausländersteuer und das gegenseitige Hochbieten bei den Gagen machen dieser Branche das Leben ebenso schwer wie Spielstätten, die keinerlei Komfort für die gestiegenen Ansprüche der Besucher bieten. Und auch die Tonträgerindustrie fremdelt noch etwas, wenn es darum geht, die Veranstalter als gleichberechtige Partner an den Tisch zu holen. Denn Eines ist sicher: Außergewöhnliche Ideen wie beispielsweise die „Nokia Night Of The Proms“ oder das Wacken Open Air führen selbst in gesamtwirtschaftlich schwierigen Zeiten zu außergewöhnlichen Erfolgen, von denen am Ende auch die Plattenfirmen profitieren könnten. Wenn also Sachverstand über Egoismen und persönliche Abneigungen siegt, hat der Künstler und damit auch der Konsument gewonnen. Dass die Branche trotz allem nicht nur zwei Gesichter hat, sondern viele Wege und Ideen zum Ziel führen, zeigt das Special Live Entertainment in diesem Heft. Es stellt die Facetten der bundesdeutschen Veranstalterwirtschaft vor, die musikwoche.de schon seit vielen Jahren redaktionell begleitet.

Martin Schrüfer [mailto:[email protected]@@@[email protected]] Ressortleiter Unternehmen & Online musikwoche.de