Musik

Amerikanisches Fräulein-Wunder

Die erst 16-jährige Schauspielerin und Sängerin Hilary Duff greift nun auch in Deutschland nach den Sternen.

Hilary Duff ist seit ungefähr zehn Jahren im Showgeschäft. Es begann mit kleinen Werbespots, da war sie sechs. Als Hilary acht wurde, beschlossen die Eltern, dem Wunsch ihrer beiden Töchter – ihre Schwester Haylie ist zweieinhalb Jahre älter – nachzugeben und nach Kalifornien zu ziehen.

Ausgeprägtes Talent für Schauspiel und Musik zeigten die beiden Schwestern früh. „Mit Haylie habe ich vor dem Spiegel gesungen und alle möglichen Szenen aus Filmen nachgespielt. Ich musste aber immer den Jungen spielen, weil ich so kurze Haare trug.“ Mit zwölf wurde Hilary für die Disney-TV-Serie „Lizzy McGuire“ engagiert. Die Produktion wurde 1999 ein Quotenhit und Hilary quasi über Nacht zum Idol pubertierender Mädchen.

Hilary Duff ist überall

Auftritte in weiteren Filmen folgten. Seitdem vergeht kaum ein Monat, in dem der blonde Teenager nicht von einer Titelseite lächelt oder auf dem Bildschirm zu sehen ist. In den letzten Monaten gab es für Hilary Duff besonders viel zu feiern: einen erfolgreichen Kinofilm, den erfolgreichen Einstand des Debütalbums in den US-Billboard-Charts und im September ihren 16. Geburtstag.

„Natürlich habe ich mich riesig gefreut, dass der Film ‚Lizzy McGuire‘ und mein Album ‚Metamorphosis‚ so gut gelaufen sind. Das habe ich beides nicht erwartet. Besonders vor dem Erscheinen des Albums war ich total nervös. Ich fragte mich: Was, wenn niemand das hören will? Wenn niemand es kaufen will?“ Als es dann Nummer eins war, habe sie ganz tief durchgeatmet. „Das war wohl das Aufregendste überhaupt.“

Der Film „Lizzy McGuire“ („Popstar auf Umwegen“) startete in Deutschland am 17. November, die TV-Serie läuft seit ein paar Wochen im Kinderkanal. Und am 1. Dezember folgt ihr Album, das sich in den USA bisher über zweieinhalb Millionen mal verkauft hat. Fragt sich, wie die 16-jährige den Starrummel bewältigt. „Natürlich gibt es eine Menge Druck. Aber die Arbeit macht mir viel Spaß, und das hilft mir, alles zu verkraften.“

dem Zufall keine Chance

Hilarys musische Begabung zeigte sich ebenfalls früh, aber durch die Erfolge als Schauspielerin blieb für eine Gesangskarriere keine Zeit. Diese Möglichkeit bot sich schließlich, als ihr Engagement in der TV-Serie „Lizzy McGuire“ auslief. Verschiedene US-Medien berichteten, dass Disney wegen überzogener finanzieller Forderungen von Hilarys Management das Handtuch warf.

Die Arbeiten am ersten Album von Hilary Duff wurden ähnlich generalstabsmäßig geplant wie die bisherigen Filmerfolge. Songschreiber und Produzenten wie Chico Bennett (Madonna, Destiny’s Child), Charlie Midnight (Joe Cocker, James Brown), John Shanks (Stevie Nicks, Michelle Branch) und The Matrix (Avril Lavigne, Christina Aguilera) zeichneten für die 13 Songs verantwortlich, die sich zwischen Powerpop und obligatorischen Balladen bewegen.

Auf Fansuche in Deutschland

Dabei überzeugt die lebhafte Blondine mit einer wandlungsfähigen Stimme, die durchaus in der Lage ist, verschiedene emotionale Abstufungen zu gestalten. Neben der Single „So Yesterday“ gehört vor allem „Inner Strength“ zu Hilary Duffs Favoriten.

„Es ist einer der persönlichsten Songs auf dem Album. Meine Schwester hat ihn geschrieben, sie ist meine beste Freundin. Ich will damit eine Message an die Menschen, vor allem an junge Mädchen, senden, dass man gerade in schwierigen Zeiten seine innere Stärke finden muss. Besonders in der Schulzeit gibt es viele Probleme. Und wenn Mädchen nicht wie Models aussehen, denken viele, dass sie nicht cool sind. Aber ich sage, dass es darauf ankommt, welche inneren Werte ein Mensch hat.“

Dieser Song steht laut Hilary Duff wie auch der Albumtitel dafür, dass sie nicht mehr die naive kleine Lizzy McGuire ist. Jetzt hofft sie darauf, auch in Deutschland viele Fans zu finden. Die Chancen stehen nicht schlecht.