Musik

Amadeus Austrian Music Award 2002: Österreichs Preisgala bewies Reife

Die dritte Verleihung des Amadeus zeigte, dass sich der österreichische Musikpreis mit internationalen Award-Shows messen kann: Sieger, Laudatoren, Performances und das Publikum sorgten für Unterhaltung auf hohem Niveau.

Das ORF-Zentrum am Küniglberg diente am 8. Mai erneut als Austragungsort der Amadeus-Verleihung. Die österreichische IFPI und der ORF konnten dort rund 1200 Gäste begrüßen, von denen 800 im Sendesaal Platz fanden. Weitere 400 verfolgten die Veranstaltung per Leinwand in einem Nachbarsaal. Auch die Ausstrahlung über den Sender ORF1 fand am 9. Mai um 22.10 Uhr bei einem nationalen Marktanteil von 18 Prozent und einer nationalen Reichweite von vier Prozent großes Interesse: Allein in der Zielgruppe der Zwölf- bis 29-Jährigen lag der Marktanteil bei 27 Prozent, im Vorjahr waren es noch 13 Prozent. Auch bei den Zuschauern von zwölf bis 49 Jahren stieg der Anteil von 21 auf 23 Prozent. Im Gespräch mit musikwoche.de betonte IFPI-Geschäftsführer Dr. Franz Medwenitsch, dass der Erfolg der Sendung vor allem von einem guten Produzenten-Team abhängt. Er hob dabei die Zusammenarbeit mit Andrea Heinrich (ORF), Barbara Stöckl und Peter Nagy (beide KiVi-TV) hervor. Außerdem hätten Gottfried Ettl (ORF-Enterprises) und Mario Rossori als Organisator „tolles Engagement gezeigt“.

Schließlich sei auch die Zusammenarbeit mit T-Online als Sponsor zur Zufriedenheit aller ausgefallen. Der Internet-Provider habe im Zuge des Castings für die Formation Sugarfree die Zugriffszahlen seiner Portal-Site deutlich steigern können. Der Programmdirektor des ORF, Dr. Reinhard Scolik, betonte vor der Preisverleihung: „Beim Amadeus stehen die Künstler und Produzenten im Mittelpunkt – sie sollen für ihre Leistungen gewürdigt werden. Das macht diese Veranstaltung zu einem außergewöhnlichen Event. Außerdem dokumentiert er die hervorragende Zusammenarbeit zwischen IFPI und ORF.“ Auf die gelungene Zusammenarbeit verwies auch Manfred Lappe als Präsident der IFPI Austria in seiner Begrüßung. Organisator Mario Rossori zeigte sich ebenfalls zufrieden: „Eine tolle Veranstaltung mit einem tollen Publikum. Und das war erst der Beginn: Wie es weitergeht, wissen wir im kommenden Jahr genau.“ Laut Rossori stellt sich der ORF als Partner weiterhin zur Verfügung. Allerdings müsse dann ein besserer Sendeplatz im Vordergrund stehen. „Wenn wir noch mehr aus der Veranstaltung holen wollen, müssen wir außerdem Publikum zulassen“, meint Rossori. Aber auch ohne die Unterstützung durch Fans erreichte das Fachpublikum im Sendesaal mit Unterstützung der Nominierten beim Applaus eine beachtliche Lautstärke.

Standing Ovations gab es zudem für Wolfgang Ambros, der für sein Lebenswerk geehrt wurde, und für Joe Cocker, der seine neue Single, „Never Tear Us Apart“, live als TV-Weltpremiere vorstellte. Das Showprogramm um österreichische Künstler wie Marque und Manuel Ortega rundeten Auftritte von internationalen Acts wie a-ha oder Ronan Keating ab, aber auch die deutschen Formationen No Angels und Bro’Sis traten auf. Den größten Eindruck beim Publikum hinterließ die österreichische Acapella-Formation Bauchklang, die gleich zwei Trophäen errang und mit ihrem druckvollen Auftritt als Human-Beat-Boxes überzeugte. Bei der anschließenden After-Show-Party zeigte sich allerdings, dass die erneut geäußerte Kritik mancher Preisträger an der österreichischen Medienlandschaft und speziell am ORF in den Augen verschiedener Branchenkenner als übertrieben gewertet wurde.

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