Musik

Alt, neu, hart und zart

Das neue Jahr hält Großes und Artiges bereit.

Gleich zu Beginn ein Name, der 2006 die Nation in Aufruhr versetzen wird: Robbie Williams. Europas momentan größter Entertainer spielt erst im Juli auf, hat aber schon jetzt alle Verkaufsrekorde gebrochen.

Ebenfalls ein Ereignis – bei aller Vorfreude jedoch auch ein trauriges – ist die Abschiedstour von Chris Rea (23.02.-26.03.). Der schwer erkrankte Gitarrenvirtuose mit der rauchigen Stimme verabschiedet sich nach 25 Jahren Karriere von der Bühne. Fast genau so lange im Geschäft sind Bon Jovi, die vom 13. bis zum 28. Mai auf Tour gehen. Die wiedervereinten Simple Minds geben sich von 23. Februar bis 2. Juni die Ehre.

Die Alten

„Things get damaged, things get broken?“ No way. Mit der Hitsingle „Precious“ haben sich Depeche Mode eindrucksvoll zurückgemeldet. Zusammen mit den viel versprechenden Newcomern von The Bravery sind die Synthie-Helden vom 13. Januar bis zum 10. März unterwegs. Außerdem wurden sie als Headliner bei Rock im Park und Rock am Ring (2.-4.06.) bestätigt, im Juli folgt eine Open-Air-Tournee.

Zwar nicht so groß wie ihre Landsmänner von Depeche Mode, dafür ein einmaliges Indie-Erlebnis mit Seltenheitswert sind die vier mittlerweile gesetzten Herren von Bauhaus. Die 80er-Jahre-Kultband absolviert gerade mal zwei Auftritte auf ihrer „Near The Atmosphere Tour“ – am 7. Februar in Köln, am 10. Februar in Berlin. Pflichttermin für jeden New-Wave-Fan.

Allein schon wegen ihres aktuellen Albumtitels wird eine andere UK-Band den „Bigger Bang“ landen: Die unerschütterlichen Rolling Stones sind vom 20. Juni bis zum 3. August auf Deutschlandtournee. Ebenfalls schon lang im Geschäft und auf der Beliebtheitsskala nicht minder weit oben rangieren Santana (5.-28.05.) sowie Mr. Slowhand Eric Clapton (3.-25.06.). Dweezil und Achmet Zappa schließlich werden ihren Vater ehren: „Zappa plays Zappa“, ein Mai-Highlight, das nur in Düsseldorf und Berlin zu erleben sein wird.

Die Neuen

Eigentlich nicht wirklich neu, weil schon seit 2001 als Singer/Songwriter in den USA aktiv, zählt Jack Johnson hierzulande doch zu den Newcomern. Mit seinem dritten Album konnte er sich die Aufmerksamkeit erspielen, die ihm in seiner Heimat schon lange entgegengebracht wird. Im März surft der Hawaiianer nach Deutschland – München, Berlin und Frankfurt stehen auf seiner teils schon ausverkauften Reiseroute.

Newcomer James Blunt wird sich 2006 ebenfalls die Ehre geben. Bereits Anfang des Jahres, vom 19. bis zum 29. Januar ist er in insgesamt fünf deutschen Großstädten unterwegs. Very british, wenn auch etwas rock-orientierter, geht es auch im Rest des Jahres zu. Trendsetter sollten sich folgende Termine im Kalender markieren: Art Brut (10.-24.01.), Test Icicles (06.-9.02.), Hard-Fi (20.02.-1.03.), Arctic Monkeys (25.02.-4.03.), Louis XIV (3.-19.03.). Ebenfalls bald ganz groß, diesmal für Anhänger des britischen Gangsta Blues: Mattafix (12.-23.02.).

Die Harten

Freunde der ganz dicken Packungen dürfen sich schon jetzt auf einen aufreibenden Doppelpack freuen: Vom 06. Februar an fegen Deep Purple knapp zwei Wochen lang durchs Land. Als Special Guest mit dabei: Alice Cooper. Wer danach immer noch nicht genug hat, erholt sich zwei Monate und moscht dann mit Manowar (04.-11.04.), bis die Halswirbel knacken.

Mit kreischenden Gitarren und viel Nostalgie können auch die Spandexanzugträger von The Darkness (11.-22.03) dienen. Hardcore Metaller können über die kostümierten Langhaarfetischisten zwar nur müde lächeln, allen anderen jedoch dürfte ein überaus amüsanter Abend mit vielen Überraschungen bevorstehen.

Die Zarten

Eine komplett andere Klientel spricht wiederum Katie Melua an. Die gerade mal 21 Jahre alte Georgierin hat mit ihrem Debütalbum „Call Off The Search“ ein intimes, zwischen Blues und Jazz angesiedeltes Meisterwerk abgeliefert. Live zu hören vom 19. Februar bis zum 29. März.

Nahezu zeitgleich unterwegs ist der Hohepriester des deutschen Soul, Xavier Naidoo. Vom 13. Februar bis zum 03. April wird der Sohn Mannheims auf 36 Shows sein neues Erfolgsalbum „Telegramm für X“ live darbieten. Kurz vorher, am 01. Februar, beginnt Fräuleinwunder Annett Louisan ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen: einfach nur spielen. Ungezogen, wie sie ist, wird sie genau das ziemlich lange machen: Erst am 16. Juni legt sie das Mikrofon wieder aus der Hand.

2006 – A Music Odyssee

Und wer weiß schon, was die Booking-Agenturen im Laufe des Jahres noch so alles an und ins Land ziehen werden. Der kleine Prince zum Beispiel wird im März eine neue Platte veröffentlichen und möchte mit dem neuen Material im Gepäck auf Tournee gehen. Auch mit Madonna und Janet Jackson darf man rechnen. Selbst George Michael plant, sich wieder auf die Bühne zu stellen – ganze 15 Jahre ist es her, dass er seine letzte Tournee absolviert hat.

Zumindest in Puncto Live-Entertainment scheint 2006 durchaus seine konzertanten Höhepunkte zu haben. Und dem, was uns auf CD erwartet, sehen wir gelassen entgegen. Denn auch im neuen Jahr gilt natürlich die alte Regel des Fans ungekünstelter Bühnenunterhaltung: „Lieber gute Livemusik als schlechte Konserve“.