Der Musiker und WDR-Moderator Götz Alsmann lässt kein gutes Haar an der deutschen Radiolandschaft und fordert ein „Recht auf gute Radiounterhaltung“. „Rundfunk ist doch weit mehr als Fernsehgrundversorgung. Aber leider sind in den vergangenen zehn, fünfzehn Jahren monströse Rundfunksysteme aufgebaut worden, riesige Wasserköpfe, die man nur von Herzen verachten kann“, sagt Alsmann, der in der „Zeit“ seinen Traum von einer schöneren Radiowelt beschreibt.
Momentan sei er „nicht glücklich mit dem Radio“. Dafür macht er das seiner Meinung nach in den Sendern vorherrschende Hörerbild verantwortlich. „Die Leute in den Anstalten glauben offenbar, dass jemand, der einem Alltagsinformationssender mit Verkehrshinweisen und Bundesliga-Konferenzschaltung den Vorzug gibt, unbedingt anglo-amerikanische Rockmusik hören will“, beschwert sich der promovierte Musikwissenschaftler. Wenn jemand hingegen deutschsprachige Musik, Schlager oder Volkstümliches höre, gingen die Sender davon aus, dass die Person nicht an Informationen interessiert sei.
Alsmann träumt hingegen von einer Radiowelle, „die für jeden etwas hat“. „Die Hörer könnten etwas dagegen tun“, ist sich Alsmann sicher. Allerdings fürchte er, dass die Lust der Menschen, dafür auf die Straße zu gehen, begrenzt sei. In seinem Traum stürmen die Hörer die „so genannten lokalen Rundfunksender“.



