Der Kampf der internationalen Rechteinhaber gegen den umstrittenen russischen Downloadanbieter AllofMP3.com scheint bereits zu Ende, bevor er richtig begonnen hat. Die Moskauer Staatsanwaltschaft strebt kein Verfahren gegen die Betreiber an, weil sie im russischen Recht keine Handhabe gegen die Onlinepiraten findet. Vor zwei Wochen hieß es noch, die Staatsanwälte prüften die Möglichkeiten eines formellen Strafverfahrens gegen das russische Onlineangebot.
Laut einem Bericht der Agentur Tass sind den Strafverfolgern die Hände gebunden, weil das russische Gesetz nur physische Piraterie unter Strafe stellt, jedoch nicht die Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material im Internet.
Ermittlungen einer Sondereinheit für Computerkriminalität hatten zuvor ergeben, dass AllofMP3.com systematisch urheberrechtlich geschützte Musiktitel ohne Zustimmung der Rechteinhaber vertreiben soll. Die IFPI, die sich per Beschwerde ihrer internationalen Mitglieder bei den Behörden in den Fall eingeschaltet hatte, hat zwar noch keine offizielle Antwort aus Moskau, Sprecherin Fiona Harley sagte jedoch: „Wenn die Berichte der russischen Nachrichtenagentur stimmen, dass die Staatsanwaltschaft den Fall nicht angenommen hat, wäre das eine große Enttäuschung.“


