Musik

Albertini erwartet Wende erst im Jahr 2005

Der President von Warner Music International rechnet im Jahr 2005 mit einer Trendwende in der Musikbranche. Doch Paul-René Albertini findet, dass vorher etwas gegen das Piraterieproblem getan werden muss.

Der President von Warner Music International rechnet im Jahr 2005 mit einer Trendwende in der Musikbranche. 2004 werde ein „Übergangsjahr“, in dem diverse legale Download-Plattformen den Markt erobern werden. Doch Paul-René Albertini glaubt, dass erst ein Jahr später mit einer Erholung der Branchenkonjunktur zu rechnen sei. Zudem findet Albertini, dass vorher etwas gegen das Piraterieproblem getan werden muss. Auch wenn sich die Musikindustrie inzwischen einigermaßen gegen das illegale Treiben im Internet zur Wehr setze, so bleibe doch die physische Piraterie ein erdrückendes Problem. Die Schwarzbrennerei in den Privatwohnzimmern habe die Märkte in Deutschland und Frankreich nachhaltig beschädigt. Albertini hält dabei weniger die viel diskutierte „Privatkopie“ für ein Problem, vielmehr schadeten jene häufig anzutreffenden „Heimkopierer“ der Branche, die zuhause CDs zehnmal brennen und im Freundeskreis verkaufen. Noch schlimmer sei aber die Mafia-Piraterie, die „bedenklich zugenommen“ habe. „Vor zehn Jahren noch hatten wir nur mit illegalen Presswerken in Bulgarien oder der Ukraine zu kämpfen“, sagte Albertini im „Hollywood Reporter“. „Das hat sich geändert, seit jeder eine eigene Kopierstraße in seiner Küche betreiben kann.“ Der Warner-Manager sieht das organisierte Verbrechen auf dem Vormarsch, nicht nur weil der Verkauf von illegal gepressten CDs verhältnismäßig lukrativer sei als Zigaretten oder Drogen zu schmuggeln, sondern weil er obendrein noch mit einem geringeren Strafrisiko verbunden sei. „Vor drei Jahren wurden Ihnen in Ländern wie Spanien oder Russland auf der Straße noch Rosen angeboten. Heute verkauft man Ihnen CDs.“