Musik

AFM: Metal-Power aus Hessen

Die vierjährige Geschichte des Labels AFM Records ist eine Erfolgsstory, die zeigt, dass genaue Marktkenntnis und zielgerichtete A&R-Arbeit zu hervorragenden Resultaten führt.

Bei der Auswahl der Künstler bewies AFM treffsicheres Gespür. Die beiden wichtigsten Acts der hessischen Plattenfirma sind die Power-Metaller Edguy und deren Ableger Avantasia. Geschäftsführer Andy Allendöfrerberichtet: „Wir haben von Anfang an harte Zeiten kennengelernt und verbuchen trotzdem Erfolge. Von Platte zu Platte konnten wir die Verkaufszahlen sämtlicher Acts steigern. Sony Music und jetzt Soulfood als neuer Vertriebspartner haben in diesem Jahr einen guten Job gemacht“, lobt er. „Auf der anderen Seite sitzt bei den Konsumenten das Geld nicht mehr so locker. Dessen ungeachtet steigen etwa Anzeigen- oder Studiopreise stetig an, das ist schon paradox“, sagt Allendörfer kopfschüttelnd.

Eine Maxime seiner Firma lautet: Nicht zu viele Produkte heraus bringen. „Wenn man nur wenige Platten veröffentlicht und sich um diese richtig kümmert, sehen die Fans, dass die Bands konstant gute Alben machen.“ Trotzdem hat es die kleine Firma schwer, ihre Acts im Fernsehen zu platzieren: „Unsere Videos laufen zum Beispiel in Spanien viel besser, der Einsatz bringt tatsächlich höhere Umsätze. Das wäre in Deutschland nicht anders, wenn man die Clips zeigen würde.“

Tonträger von AFM sind inzwischen in 54 Ländern der Welt erhältlich. Künftig wollen sich die Hessen stilistisch verbreitern: „Eine neue Band wie Personal War geht in die Richtung von alte Metallica, Superfly 69 marschieren in die Crossover-Richtung.“ Im Jahr 2002 werden die sieben Mitarbeiter insgesamt 14 Releases lancieren. Für die zweite Jahreshälfte plant AFM die Veröffentlichung des zweiten Teils von Avantasia, bei dem Promis wie Bob Catley (Magnum), Michael Kiske (ex-Helloween) und Eric Singer (Kiss) mitmachen werden. Zuvor allerdings bringt Allendörfer ein neues Album der Frankfurter Bier-Metal-Veteranen Tankard auf den Markt.