Musik

Abschied von Nina Simone

Nina Simone, eine der großen Stimmen des 20. Jahrhunderts, ist tot.

Nina Simone begann mit vier Jahren mit dem Klavierspiel. Ihr Ziel, klassische Konzertpianistin zu werden, gab sie auf, nachdem sie vom renommierten Curtis Institute of Music in New York abgewiesen wurde – wie Simone betonte, aus rassistischen Gründen. Stattdessen trat sie in den 50er Jahren zunächst als Barpianistin auf und startete 1957 ihre Plattenkarriere. Mit dem Song „I Loves You, Porgy“ aus der Gershwin-Oper „Porgy & Bess“ landete sie 1959 einen Top-Twenty-Hit in den USA. In den 60er-Jahren wurde sie zu einer Symbolfigur der Antirassismus- und Bürgerrechtsbewegung mit Songs wie „Mississippi Goddamn“. Das Stück war ihre Auseinandersetzung mit dem Tod von vier schwarzen Kindern, die 1963 einem Anschlag des Ku-Klux-Klan auf eine Kirche in Birmingham, Alabama, zum Opfer fielen.

Mitte der 70er Jahre verließ Simone die USA und lebte fortan unter anderem in der Karibik, Liberia, Großbritannien und Frankreich. 1987 avancierte ihre 30 Jahre alte Aufnahme von „My Baby Just Cares For Me“ zum Welthit nach Verwendung des Songs in einem Werbespot für das Parfum Chanel No. 5. 1991 veröffentlichte die Künstlerin, die sich ihren Künstlernamen von der Schauspielerin Simone Signoret entlieh, ihre Autobiographie „I Put A Spell On You“. 2001 feierte sie – obwohl gesundheitlich bereits stark angeschlagen – einen ihrer größten künstlerischen Triumphe mit einem umjubelten Konzert in der New Yorker Carnegie Hall.