Musik

Abella setzt auf Schlager und auf Volksmusik

Der Abella Musikversand wurde im Jahr 1991 in der Schweiz gegründet. Heute beliefern die Geschäftsführer Jörg Brinkmann und Herbert Haider mit ihrem Team Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

“Wir beschäftigen uns traditionell mit Schlager und Volksmusik“, erklärt Jörg Brinkmann. „Mit unseren monatlichen Katalogen und unserer Produktauswahl treffen wir genau den Geschmack unserer Kunden. Wir haben eine einmalige Angebotstiefe mit vielen CDs, die im Fachhandel immer seltener zu finden sind.“ Bis 1999 trugen diese Bereiche fast 100 Prozent zum Abella-Umsatz bei.

Neben Brinkmann fungiert Herbert Haider als gleichberechtigter Geschäftsführer der Firma für Deutschland. Außerdem leitet Haider die Geschäfte in Österreich und der Schweiz. Brinkmann selbst stieß im März 1999 zu Abella. Zuvor arbeitete er ab 1979 bei Electrola und wechselte 1984 zum Bertelsmann Club, wo er das Musikprogramm verantwortete. Die Zahl der Abella-Mitarbeiter liegt derzeit bei über 30.

Distributionsdienstleister ist Koch International in Höfen, wo die Koch-Tochter Abella auch über ein eigenes Call-Center verfügt. Der Umsatzschwerpunkt Abellas liegt mit rund 75 Prozent in Deutschland, die Dependancen in Österreich und der Schweiz steuern zehn beziehungsweise 15 Prozent bei. „Wer wie wir vor zehn Jahren begann, hat natürlich eine Erfolgsgeschichte hinter sich“, blickt Brinkmann zurück.

Nachdem Abella 1997 zum ersten Mal Einnahmen von mehr als zehn Millionen Mark erzielte, kam es durch Übernahmen zu weiteren Umsatzsprüngen. Heute liegt der Jahresumsatz bei über 30 Millionen Mark, auch wenn, wie Brinkmann einräumt, „wir spüren, dass eine allgemeine Kaufzurückhaltung da ist“. Der monatliche Katalog und der Gesamtüberblick, der zweimal pro Jahr erscheint, sind „unsere Schaufenster“, wie Brinkmann betont.

Außerdem eröffnete Abella 1999 einen Online-Shop. Zum April 2001 überarbeitete die Firma ihre Internet-Filiale und erweiterte das Programm um DVDs, Games und Software. Im Internet zielt das Unternehmen auf Mainstream-Kunden: „Wir wollen hier unsere Zielgruppe in Richtung Pop erweitern, weil dieser Markt verlockend ist.“

Daneben gehört der 1999 von Bertelsmann übernommene Ring der Musikfreunde (RDM) mit derzeit 18.000 Mitgliedern zum Unternehmen. Laut Brinkmann sei es zwar schwierig und teuer, neue Mitglieder zu werben, aber die Verweildauer der RDM-Kunden sei „phantastisch“. Um weitere Kundenpotenziale für Abella zu erschließen, strebt Brinkmann unter anderem Kooperationen wie zum Beispiel mit dem Sender Radio Melodie an. Zu den Kooperationen zählt auch ein Verkaufsstand bei bundesweiten Veranstaltungen wie der „Schlager Starparade“.