Mit rund 80.000 Besuchern und einem Todesfall endete die vierte Ausgabe des Bonnaroo Music & Arts Festival. Beim größten Open-Air der USA ließen sich die Fans zwischen dem 10. und 12. Juni auch vom regnerischen Wetter nicht die Laune verderben. Im Gegensatz zu den zwei Unglücksfällen im vergangenen Jahr hatte der Tod von David Ottman nach ersten Erkenntnissen nichts mit Drogen zu tun. Der 32-Jährige starb vermutlich an einem krankheitsbedingten Atemstillstand.
Für die Veranstalter war das Festival trotz des tragischen Akzents ein voller Erfolg. Die Zuschauerzahlen gingen zwar im Vergleich zum Vorjahr um gut zehn Prozent zurück – 2004 kamen noch 90.000 Besucher zu Bonnaroo -, doch von Katerstimmung wollte Ashley Capps, Chef von A.C. Entertainment, nichts wissen. „Wenn wir in den kommenden Jahren regelmäßig nur 75.000 Tickets verkaufen, bin ich schon überglücklich“, erklärte der Konzertpromoter im Gespräch mit MusikWoche. „Man kann ein Festival dieser Größenordnung nicht in jedem Jahr ausverkaufen.“
Die häufig zitierte Krise im amerikanischen Live Entertainment, die zuletzt den Marktführer Clear Channel zu deutlichen Preisnachlässen gezwungen hatte, empfindet Capps als überbewertet. Sein Partner, Jonathan Mayers von Superfly Presents, sieht das ähnlich: „Wann immer man es schafft, 80.000 Menschen in die Mitte von Nirgendwo – besonders in die Mitte von Tennessee – zu locken, ist das ein großer Erfolg.“ Innerhalb von ein paar Jahren hat sich Bonnaroo zum erfolgreichsten Festival der USA gemausert. A.C. Entertainment und Superfly Presents verkauften Eintrittskarten in 24 Ländern, die größte Anziehungskraft auf ausländische Fans hat Bonnaroo dabei in Kanada und Japan.
Auf einem mehr als 2,8 Quadratkilometer großen Farmgelände in der Nähe der Kleinstadt Manchester, jeweils 100 Kilometer von Nashville und Chattanooga entfernt, traten an den drei Tagen rund 80 Bands auf. Zu den Highlights des Events zählten neben den Top-Stars Dave Matthews Band, Joss Stone und Herbie Hancock vor allem Newcomer- und Insider-Acts wie Ray LaMontagne, Iron & Wine, Ollabelle oder Old Crow Medicine Show. Buchstäblich für Schönwetter sorgten nach fast zwei Tagen Dauerregen am Sonntagmittag die Reggae-Pioniere Toots & The Maytals. Zu den Sponsoren zählten in diesem Jahr u.a. Volkswagen, MSN Music, Jack Daniels und XM Satellite Radio.



