“Vom damaligen Schallplattenhandel belächelt, war der Postversand die erste Überlebenshilfe“, erinnert sich Werner Ponesch, Ixthuluh-Gründer und Geschäftsführer. „Die importierten Platten waren in Österreich fast unbekannt, zeichneten sich jedoch durch außergewöhnliche Musik aus.“ Am Anfang der Vertriebsgeschichte standen neben Trikont und April/Schneeball Records zahlreiche namhafte und bereits legendäre Independent-Labels wie Ralph, LTM/ Celluloid und Rough Trade. Ponesch bilanziert: „Unser Vertriebsprogramm war immer am Puls der Zeit. Die neuen Trends der Rock- und Popmusik waren meist zuerst in unserem Vertriebsprogramm erkennbar.“
So war die Neue Deutsche Welle der frühen 80er Jahre mit den Labels Ata Tak, No Fun, Zickzack und mit einem ihrer größten Hits, „Eisbär“ von Grauzone, genauso vertreten wie Anfang der Neunziger der Reggae-Boom mit Labels wie Trojan und Ariwa. Auch im Dance- und Rockbereich fehlte Ixthuluh nicht. Die Reissue-Kataloge von Ace, BGO, Demon/Edsel und Repertoire runden das vielfältige Angebot ab. Von der aggressiven Expansionspolitik der Majors und Major Independents, die zu großen Veränderungen am Musikmarkt führte, war der Ixthuluh-Katalog stark betroffen.
Die Katalogabgänge konnten aber 1998 durch den Einstieg von EFA Deutschland und die sukzessive Übernahme des EFA-Gesamtkataloges kompensiert werden. Die Jahre 2000 und 2001 waren die umsatzstärksten in der Firmen-Geschichte. Ingesamt führt Ixthuluh rund 800 Labels im Vertriebsprogramm. Ab dem 1. April wird der Indie-Vertrieb das EFA-Label ESC übernehmen und im Rahmen einer Geburtstagsaktion dem Handel präsentieren.
Mitte der 80er Jahre wurde das eigene Label Ixthuluh Records gegründet, um lokale und heimische Bands zu fördern. Auf eine einengende Repertoirefestlegung verzichtete Ixthuluh, da es sich als Label nicht einordnen lassen wollte. Das verdeutlicht auch der Name, der Mitte der 70er aus einer Abwandlung der Buchtitel „Reise nach Ixtlan“ von Carlos Castaneda und „Cthulhu“ von H.P. Lovecraft entstand. „Derzeit liegt das Label aber praktisch auf Eis, weil heute jeder eine CD fertigen und veröffentlichen kann. Außerdem ist der Markt für heimische Bands unheimlich schwierig“, gesteht Ponesch.
Aus dem operativen Geschäft hat er sich bereits 1985 zurückgezogen. Doch an seiner Firma zweifelt er nicht. „Die Ixthuluh-Geschichte war, ist und wird immer eine von Höhen und Tiefen sowie Bock- und Seitensprüngen geprägte sein. Ixthuluh liebt ganz einfach musikalische Abwege mit krummen Touren, Nischen und Biotopen.“ Das Ixthuluh-Team umfasst zehn Mitarbeiter, Geschäftsführer Alois Perr sowie die A&Rs Peter Brandstetter und Andreas Hasch zeichnen verantwortlich.



