Die US-Musikindustrie hat einen weiteren Erfolg in ihrem Kampf gegen Online-Piraterie zu verzeichnen. Der 21-jährige Mark Shumaker aus Orlando (Florida) hat gestanden, gegen das US-Urheberrecht verstoßen zu haben. Das ist laut amerikanischen Medienberichten der erste Fall, bei dem eine Einzelperson speziell wegen Musikpiraterie im Internet verurteilt wird. Die Staatsanwaltschaft kann nun als Höchststrafe fünf Jahre Haft und Schadensersatz in Höhe von 250.000 Dollar fordern. Die Urteilsverkündung soll am 7. November erfolgen. Nach Ansicht der Ermittlungsbehörden ist Shumaker der Kopf eines Datentauschrings namens Apocalypse Crew, der in seinen Foren Titel bereits weit vor VÖ-Termin kursieren ließ und auch an die gängigen Tauschbörsen weiterleitete. Ungeklärt ist noch, ob Shumaker die Musik, die er von Radio-DJs und Musikjournalisten in Form von Rezensions-Vorabexemplaren erhielt, auch an professionelle CD-Raubkopierer verkauft hat. Der US-Branchenverband RIAA, der seit einigen Wochen seine Aktivitäten gegen illegale Filesharer verschärft hat, zeigte sich erfreut über das Ermittlungsergebnis. Und Paul McNulty, Staatsanwalt im Eastern District of Virginia, wies daraufhin, dass es keine Anonymität im Netz gibt, hinter der sich Musikpiraten verstecken können: „Wir können Euch finden, wir werden Euch finden und wir werden Euch verklagen.“ Zusammen mit dem US-Justizministerium will die RIAA in den kommenden Wochen noch weitere schwerwiegende Fälle von Online-Piraterie vor Gericht bringen.
(19.08.03) (21.07.03)


