Am 15. Juli ging mit einem Konzert von Deep Purple das 40. Jazzfestival von Montreux zu Ende. 100.000 zahlende Gäste, das sind etwa 12.000 mehr als im Vorjahr, kamen während des 16-tägigen Festivals zu insgesamt 47 Konzerten. Die Veranstalter um Festivalchef Claude Nobs hoffen damit, wie der Schweizer „Tagesanzeiger“ berichtet, schwarze Zahlen zu schreiben. Das könnte die Verhandlungen mit dem Schweizer Kanton Waadt erleichtern, von dem sich Nobs in Zukunft eine Defizitgarantie von zehn Prozent wünscht. Dabei ist auch eine Studie hilfreich, die die Wertschöpfung des Festivals für die Region auf etwa 40 Millionen Franken jährlich beziffert.
Dabei muss sich Nobs jedoch Vergleiche mit dem Paléo-Festival in Nyon gefallen lassen, das sich finanziell selbst trägt: Das Event dauert nur halb so lange wie Montreux und hat aber wegen der höheren Veranstaltungsdichte ein ähnlich hohes Budget – fast 18 Millionen Franken.
Das renommierte Festival von Montreux hat aber andere Kapazitäten: Die drei Locations fassen zusammen maximal 8.200 Leute, während das Paléo 35.000 Besucher täglich aufnehmen kann.
Beide Festivals hatten zuletzt jeweils etwa 230.000 Besucher. In Montreux erfreuen sich aber rund 130.000 Musikliebhaber an dem umfangreichen Gratisangebot – ein weiterer Grund für Nobs, dass zukünftig nicht nur die Gemeinde Montreux, sondern auch der Kanton dem Festival Geld zuschießen sollen.
Für nächstes Jahr kündigte der 70-jährige Nobs an, das Konzept „ohne Tabus“ zu überprüfen und gegebenenfalls zu überarbeiten. Es werde „nicht das 41. Montreux Jazz Festival, sondern das 40. plus eins Montreux Jazz Festival“.



