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100 Verletzte bei Technoparty in Westböhmen

Bei der Technoparty CzechTek in der Nähe der Stadt Mlynec nahe an der deutschen-tschechischen Grenze kam es nach einem massiven Polizeieinsatz zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Etwa 1000 Polizisten lösten die Party auf. 100 Technofans wurden dabei verletzt.

Bei der Technoparty CzechTek in der Nähe der Stadt Mlynec in Westböhmen nahe an der deutschen-tschechischen Grenze kam es nach einem massiven Polizeieinsatz zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Etwa 1000 Polizisten lösten die Party auf. 100 Technofans wurden dabei verletzt. Ein Fan erlag seinen Verletzungen.

Nachdem die rund 5000 Teilnehmer der laut Polizei nicht angemeldeten Party eine Wiese bei Tachov nicht räumten, setzten ein 1000 Mann starkes Sonderkommando Tränengas und Wasserwerfer ein. Die Technofans wehrten sich darauf hin mit Ästen, Latten und Steinen.

Nach Angaben der Veranstalter Spiral Tribe, die das Event seit 1994 zunächst illegal organisierten, in diesem Jahr aber erstmals offiziell angemeldet und öffentlich beworben hatten, sei auch das Gelände in diesem Jahr rechtmäßig angemietet worden.

Nun scheinen sich das Vorgehen der Polizei sowie die Reaktionen der Politiker zu einer innenpolitischen Krise auszuwachsen. Innenminister Frantisek Bublan wies die Kritik am unverhältnismäßig harten Einsatz der Spezialkräfte zurück und Premier Jiri Paroubek schoß in einem Artikel in der Zeitung „Lidove Noviny“ gegen die Technofans. Sie seien „besessene Menschen mit anarchistischen Neigungen und internationalen Verbindungen, die angeheizt durch Alkohol und Drogen massive gewalttätige Demonstrationen provozieren.“

Seit Sonntag finden nun in Prag vor dem Sitz des Innenministeriums auf der Letná-Ebene Demonstrationen der Kritiker des Polizeieinsatzes statt. Nach Schätzungen der Veranstalter kamen zu der Protestkundgebung am Montag etwa 5000 überwiegend junge Menschen zusammen. An der Protestkundgebung nahm auch der ehemalige Staatspräsident Václav Havel teil. Weitere größere Protestveranstaltungen sind für Mittwoch geplant.

Die Medien – egal welcher politischen Ausrichtung – gehen überwiegend kritisch mit dem Vorgehen der Regierung um: So ist von „Technomassaker“ und „Chinesischem Einsatz“ die Rede.