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Umfrage: Jede fünfte Person verzichtet wegen hoher Kosten auf Konzerte und Festivals

Laut einer im Sommer durchgeführten Befragung hat jede:r zehnte junge Erwachsene für Live-Events schon einmal seine Ersparnisse angezapft. Hier spielt wohl auch die durch Social Media ausgelöste Angst, etwas zu verpassen, eine Rolle. Für das Jahr 2027 planen viele hingegen ein festes Budget.

Die Digitalbank N26 hat eine Umfrage zu Konzert- und Festivalbesuchen in Auftrag gegeben. Dafür befragte das Marktforschungsinstitut YouGov Mitglieder seines Online-Panels. Demnach hat jede:r Fünfte in Deutschland schon einmal bewusst auf ein Event verzichtet, weil die Kosten zu hoch waren. Für zwölf Prozent sind die Ticketpreise nicht mehr bezahlbar. Als Ursachen nennen die Auftraggeber Dynamic Pricing, also die automatische Anpassung der Preise an eine hohe Nachfrage, sowie die allgemeine Inflation.

Laut der Erhebung geraten vor allem junge Erwachsene unter Druck, da sie häufig über weniger finanziellen Spielraum verfügen. So kündigen knapp zwölf Prozent der Gen Z (18 bis 29 Jahre) Abonnements oder verzichten auf Coffee-to-go, um sich ein Ticket leisten zu können. In der Gesamtbevölkerung liegt dieser Wert bei rund vier Prozent. Zehn Prozent der Gen Z gaben an, bereits auf Ersparnisse oder den Notgroschen zurückgegriffen zu haben, der eigentlich für die langfristige Zukunft gedacht war. Knapp neun Prozent finanzierten ein Erlebnis über Kontoüberziehungen oder Ratenzahlungen. Bei den Millennials griffen nur vier Prozent schon einmal auf Ersparnisse zurück und ebenfalls vier Prozent gingen bewusst finanzielle Risiken ein.

Offensichtlich spielt auch die Angst, etwas zu verpassen (Fear of Missing Out, FOMO), eine Rolle. Neun Prozent der jungen Erwachsenen gaben an, dass FOMO sie zu finanziell riskanten Entscheidungen verleite. Elf Prozent erklärten, sie seien durch Social Media schon einmal so für eine Veranstaltung begeistert worden, dass sie Geld ausgaben, das ihnen eigentlich nicht zur Verfügung stand. Die Babyboomer (Jahrgänge 1946 bis 1964) bleiben dem Markt dagegen weitgehend fern. Mehr als 60 Prozent von ihnen besuchen Großveranstaltungen dieser Art generell nicht.

Die Befragten der Gen Z kündigten an, ihr Verhalten bis 2027 anzupassen. Rund 19 Prozent wollen früher und gezielter sparen, 14 Prozent planen ein festes Budget, das sie auch dann einhalten würden, wenn dies den Verzicht auf einzelne Veranstaltungen bedeuten würde. Außerdem haben sich gut 16 Prozent vorgenommen, im kommenden Jahr deutlich weniger Festivals und Konzerte zu besuchen als zuvor.

Befragt wurden vom 17. bis 20. Juli 2026 insgesamt 2.081 Personen.