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UK-Kartellwächter streben laut Bericht Verfahren gegen Live Nation an

Wie die britische „Times“ berichtet, ist die Competition and Markets Authority (CMA) wohl im Begriff, ein umfassendes Verfahren gegen den Konzertriesen Live Nation einzuleiten. Dazu sollen Personen aus der Livebranche, auch große Kritiker des Konzerns, kontaktiert worden sein.

Die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) steht Berichten zufolge kurz davor, eine Untersuchung der Marktstellung von Live Nation im britischen Livemusiksektor einzuleiten. Wie die britische Zeitung „The Times“ berichtete, habe die Behörde in den vergangenen Tagen begonnen, Branchenvertreter:innen zu Gesprächen einzuladen. Dies gelte als Vorstufe zu einer formellen Prüfung, heißt es.

Eine offizielle Bestätigung einer bevorstehenden Untersuchung liegt bislang nicht vor, die CMA erklärte lediglich, sie ziehe eine entsprechende Marktuntersuchung derzeit aktiv und sorgfältig in Betracht.

Die möglichen Anstrengungen in Großbritannien kommen zeitlich nach einem großen Gerichtsverfahren in den USA. Dort hatte eine Jury in New York im April 2026 geurteilt, dass Live Nation und die Tochtergesellschaft Ticketmaster ein illegales Monopol betrieben und Nutzer:innen bei großen Konzertveranstaltungen überhöhte Preise berechnet hätten. Live Nation kündigte an, gegen das Urteil vorzugehen.

Auslöser der aktuellen Entwicklung in Großbritannien ist demnach wohl ein im Mai veröffentlichter Bericht des zuständigen Ausschusses für Wirtschaft und Handel im britischen Unterhaus, der die CMA aufforderte, noch vor Ende 2026 eine umfassende Marktuntersuchung einzuleiten. Der Ausschuss hatte in seiner Untersuchung ein Klima der Angst innerhalb der Branche festgestellt, zahlreiche Beteiligte hätten ihre Aussagen nur anonym abgegeben.

Ausschussvorsitzender Liam Byrne erklärte, ihn habe nicht nur das Ausmaß der Marktposition von Live Nation in den Bereichen Promotion, Spielstätten und Ticketverkauf alarmiert, sondern auch das während der Untersuchung wahrgenommene Klima der Angst. Ein Sprecher von Live Nation wies die Schlussfolgerungen des Ausschusses zurück.

Es wäre nicht die erste Prüfung der britischen Geschäfte von Live Nation durch die CMA. Bereits im Juli 2025 hatte die Behörde Ticketmaster rechtliche Schritte angedroht, nachdem sie beim Ticketverkauf für die Oasis-Reunion irreführende Preis- und Kategorieangaben festgestellt hatte. Laut „The Times“ hält Live Nation in Großbritannien Beteiligungen an 23 Spielstätten und 26 Festivals, darunter Standorte der O2-Academy-Reihe sowie die Festivals Reading, Leeds, Boomtown und Latitude. Das Unternehmen selbst gibt jedoch an, weniger als fünf Prozent der britischen Festivals zu kontrollieren.