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Bundesstiftung LiveKultur und Live DMA disktutierten Ticketabgaben auf der Reeperbahn

Beim diesjährigen Reeperbahn Festival haben Live DMA und die Bundesstiftung LiveKultur einen internationalen Fachaustausch zu Ticketabgaben einberufen. Ziel des Treffens war es, Modelle zu vergleichen, mit denen Einnahmen aus dem Ticketverkauf zurück in jene Clubs und Bühnen fließen, auf denen die Karrieren von Künstler:innen beginnen.

Das Treffen in Hamburg baut auf einem breiteren Austausch der Live-DMA-Mitglieder im Mai 2026 auf, an dem Organisationen aus der Schweiz, Spanien, Belgien, den Niederlanden, Norwegen, Estland, Ungarn und Italien teilnahmen. In Hamburg brachten nun Delegierte aus Deutschland, der Schweiz, Australien, Spanien und Schweden die Diskussion weiter voran. Frankreich, Kanada und weitere internationale Partner sollen folgen, sobald der Austausch wächst.

Bei einer Ticketabgabe wird ein kleiner Anteil des Ticketverkaufs abgeführt und in das Livemusik-Ökosystem reinvestiert. Die Ausgestaltung unterscheidet sich von Land zu Land: Sie kann freiwillig oder gesetzlich verpflichtend sein und bei Arenen, Veranstalter:innen oder im Clubsektor selbst angesetzt werden.

In Deutschland ist im September mit dem bundesweiten Club Euro ein Pilotprojekt der Bundesstiftung LiveKultur gestartet, unterstützt von der LiveMusikKommission (LiveKomm) und aufbauend auf dem bereits laufenden Ein-Euro-Modell in Köln. Der Einstieg über Clubs gilt ausdrücklich als erster, pragmatischer Schritt – langfristig sollen auch große Veranstaltende, Arenen, Festivals und Ticketing-Unternehmen eingebunden werden.

In den Austausch fließen auch Entwicklungen in Frankreich, Kanada und den USA ein. Zudem wurde betont, dass Reinvestitionsmechanismen die öffentliche Kulturförderung ergänzen, aber nicht ersetzen sollen.

Aus dem Treffen ist die Entscheidung hervorgegangen, eine feste Peer-Group unter dem Dach von Live DMA aufzubauen. Diese soll künftig etwa vierteljährlich tagen und sich auf die praktische Umsetzung konzentrieren. Konkret bedeutet dies den Austausch rechtlicher Rahmenbedingungen und operativer Modelle, die Identifikation bewährter Ansätze in unterschiedlichen regulatorischen Umfeldern sowie die Begleitung von Spielstätten und Veranstalter:innen auf dem Weg von der Theorie zur Praxis.“

„Das Momentum ist bereits da – jetzt geht es darum, Mechanismen zu gestalten, die fair, transparent und auf den jeweiligen Kontext zugeschnitten sind“, sagt Erica Romero Pender von Live DMA.

Felix Grädler von der Bundesstiftung LiveKultur ergänzt: „Die Künstler:innen, die heute Arenen füllen, haben in Clubs mit 200 Plätzen angefangen. Diese Clubs müssen überleben, damit die nächste Generation dieselbe Chance hat. Die Ticket-Abgabe ist der Weg der Branche, Verantwortung für ihr eigenes Ökosystem zu übernehmen.“