Das britische Magazin „IQ“ zitiert die Analystin Annick Maas von Bernstein Research, der zufolge der europäische Festivalmarkt in eine Phase der Polarisierung eintrete, bei der mittelgroße Festivals schutzlos zurückblieben würden. Laut Annick Maas sei das wichtigste Instrument für Festivals, um den aktuellen Herausforderungen wie steigenden Kosten oder demografischem Wandel zu begegnen, die Fähigkeit, Tickets bereits vor der Bekanntgabe des Line-ups zu verkaufen. Dies verschaffe den Veranstaltungen den nötigen finanziellen Spielraum, um unerwartet hohe Gagen bei späteren Künstlerbuchungen abfedern zu können.
Zudem prognostiziert Maas, dass mittlere Festivals mit einer generationenbedingten Neuausrichtung zu kämpfen hätten. „Die Nischen-Festivals und die großen Festivals sind diejenigen, die überleben werden; ganz allgemein erleben Festivals jedoch derzeit eine Flaute, die auf ein generationenspezifisches Problem zurückzuführen ist. In den 90er-Jahren waren Festivals noch eher ein Nischenphänomen, doch um das Jahr 2010 herum erlebten sie einen regelrechten Boom – maßgeblich getragen von den Millennials. Mittlerweile hat sich die Lebensphase dieser Generation jedoch gewandelt: Sie lassen sich nun nieder, gründen Familien und haben folglich nicht mehr zwangsläufig so viel Zeit, um Festivals zu besuchen.“
Die Analystin sagt voraus, dass große und Nischen-Festivals überleben würden, mittlere Festivals aber ins Straucheln geraten könnten. „Der nachfolgenden Generation fehlt das nötige Geld, um ein Festival zu besuchen – eine Investition, die oft mehrere hundert Pfund beträgt.“ Problematisch sei auch ein Geschäftsmodell, bei dem Ticketverkauf laut Maas einen immer kleineren Anteil am Gesamtumsatz ausmache.







