Die US-Regierung nimmt 14 Länder, die als Hochburgen der Produktpiraterie gelten, stärker unter die Lupe. Ein Jahr lang haben China, Russland und die restlichen Raubkopierzentren nun Zeit, Fortschritte im Kampf gegen die Piraten zu erzielen. Erst dann wird die Bush-Regierung die Welthandelsorganisation einschalten. Peter Allgeier, im US-Kabinett für Außenhandelsbeziehungen zuständig, erklärte, man habe den 14 führenden Piraterienationen nun eine verschärfte Probezeit verpasst, weil ihre Bemühungen zur Eindämmung der milliardenschweren Urheberrechtsverletzungen weiterhin unzureichend sind. Vor allem China müsse endlich handeln, hieß es aus Washington.
Die Verbände der Unterhaltungsindustrien und anderer Rechteinhaber, die sich in der International Intellectual Property Alliance (IIPA) organisiert haben, begrüßten den Vorstoß der amerikanischen Regierung. Doch besonders im Fall der Musikbranche war ersichtlich, dass den Offiziellen diese Maßnahme nicht reicht. Der RIAA geht der Schritt nicht weit genug. Neil Turkewitz, Executive Vice President International bei der RIAA, erklärte, man unterstütze die Bemühungen der Regierung. Doch eigentlich habe die RIAA erwartet, dass die USA China sofort an den Verhandlungstisch der WTO zitieren und eventuell auf Sanktionen drängen würden. Neben China und Russland setzte Allgeiers Behörde auch Pakistan, Brasilien, Venezuela, Indien, Indonesien, Israel, Kuwait, Libanon, Ägypten, Argentinien, die Türkei und die Philippinen auf die „Priority Watch List“.





