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Vorerst keine mobilen Downloads mit dem iPhone

Die ersten Expertenurteile zum iPhone fallen überwiegend positiv aus. Doch die Musikbranche, die sich mitunter viel von dem Gerät für die Entwicklung des Mobilgeschäfts erwartet, wird mit Apples erstem Handy vorerst kaum glücklich werden.

Die ersten Testurteile zum iPhone fallen überwiegend positiv aus. Die in den USA äußerst einflussreichen Technologieexperten von „Wall Street Journal“ und „New York Times“ haben dem Multifunktionstelefon zwei Tage vor Verkaufsstart Bestnoten gegeben. Doch die Musikbranche, die sich mitunter viel von dem Gerät für die Entwicklung des mobilen Musikgeschäfts erwartet, wird mit Apples erstem Handy vorerst kaum glücklich werden.

Denn wie erwartet, wird das iPhone weder Downloads über das Mobilfunknetz von AT&T noch über eine drahtlose Internetanbindung ermöglichen. Musik, Videos und andere Inhalte können Nutzer laut den Tests nur über eine Synchronisation mit dem eigenen iTunes-Konto am Computer auf ihr iPhone übertragen. Damit ist das Apple-Smartphone fürs Erste ein reines Sideloading-Gerät. Zusätzliche und spontane Einkäufe unterwegs, in denen viele in der Musikbranche die Zukunft des Downloadgeschäfts sehen, werden die künftigen iPhone-Besitzer also nicht tätigen können.

Eine Ursache für die fehlende Mobildownload-Funktionalität dürfte das im Vergleich enorm langsame Mobilfunknetz von AT&T sein. Die als veraltet geltende Edge-Technologie, die der Provider derzeit noch einsetzt, macht laut ersten Tests auch das mobile Surfen im Web zu einem Geduldsspiel. Die Übertragung größerer Datenpakete ist den Nutzern damit kaum zuzumuten.

AT&T wird voraussichtlich bis zum Jahreswechsel sein mit Milliardenaufwand aufgerüstetes 3G-Netz landesweit anbieten können. Ob Apple bis dahin das iPhone per Firmware- und Software-Update zum mobilen Downloadcenter aufbohrt, ist unklar. Theoretisch machbar scheint dies allemal: Schon jetzt kann das iPhone Videos von YouTube per Stream empfangen. Wo Filmchen gecachet werden können, müssten auch Musikdownloads möglich sein.

Bislang gibt es in den USA mit Sprint und Verizon zwei Mobilfunkanbieter, die ihren Kunden mobile Downloads ermöglichen – mit eher dürftigem Erfolg. Unterdessen ist weiterhin fraglich, wer bei einem Markteintritt in Europa als Mobilfunkpartner für das iPhone fungieren wird. Da die meisten Carrier hierzulande über stabile 3G-Netze verfügen, gäbe es für Apple allerdings kaum einen Grund, den mobilen Zugriff des iPhone auf den iTunes Store zu verhindern.

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