Die US-Regierung hat ein ressortübergreifendes Konzept zur Bekämpfung von organisierter Produktpiraterie vorgelegt. Eine konzertierte Aktion der Behörden soll den Raubbau am amerikanischen geistigen Eigentum eindämmen. „Praktisch alles, was Amerikaner fertigen, hervorbringen, erschaffen oder erneuern, wird irgendwo auf der Welt gestohlen. Es wird Zeit, dass wir uns dagegen wehren und diesen Missstand beenden“, begründet David Hirschmann die Regierungsinitiative. „Es geht hierbei um ein 250 Milliarden Dollar großes Problem für die amerikanische Geschäftswelt“, so der Senior Vice President der U.S. Chamber of Commerce.
Den Piraten den Garaus machen soll ein Programm mit dem Namen Strategy Targeting Organized Piracy (STOP). Neben der Handelskammer sind daran der Justizminister John Ashcroft, der Handelsbeauftragte Robert Zoellick, Handelsminister Don Evans und Asa Hutchinson, Staatssekretär für das Department of Homeland Security, beteiligt. Die Superbehörde für innere Sicherheit ist deshalb an STOP interessiert, weil laut Interpol zuletzt immer wieder Verbindungen zwischen organisierten Piraten und Terrornetzwerken entdeckt wurden.
Unter anderem soll im Rahmen von STOP ein öffentlicher Pranger – die so genannte „Name & Shame“-Liste – etabliert werden, an den all jene Firmen gestellt werden, die Produktfälschungen herstellen oder in Umlauf bringen. Im Justizministerium will man zudem die Anstrengungen im Kampf gegen Produktpiraten intensivieren und somit die Fälscherkartelle auseinander nehmen. Gleichzeitig soll der Strafenkatalog für überführte Piraten drastisch verschärft werden. Die US-Entertainmentindustrie geht nach eigenen Berechnungen davon aus, dass ihr durch die Schwarzhändler, -presser und -brenner im Jahr 2003 über zehn Mrd. Dollar an Umsatz durch die Lappen ging. Ein Viertel dieser Verluste geht auf das Konto von chinesischen Piraten.






