Die Universal Music Group (UMG) ist ihrem Ziel, einen eigenen Musik-TV-Sender zu etablieren, einen Schritt näher gekommen. Ein New Yorker Bundesgericht hat nun per einstweiliger Verfügung bestimmt, dass der Satellitenbetreiber EchoStar den Clipkanal IMF: The International Music Feed über sein Angebot DishNetwork ausstrahlen muss. EchoStar und UMG streiten seit Anfang des Jahres um die Frage, ob DishNetwork zum Vertrieb von IMF verpflichtet ist. Eigentlich sollte der Sender schon am 22. Januar on air gehen, doch erst nachdem UMG-Mutter Vivendi Universal die Gerichte bemühte, kam das Projekt voran.
Die Franzosen hatten sich im Dezember 2001 für 1,5 Mrd. Dollar einen elfprozentigen Anteil an EchoStar gesichert, diesen aber nach einem Jahr mit geschätzten 500 Mio. Dollar Verlust wieder abgestoßen. Die Rechte zur Einführung neuer Sender behielt sich der Medienkonzern jedoch vor. Während der Prozess noch nicht entschieden ist, könnte die gerichtliche Verfügung dafür sorgen, dass Dish-Kunden ab sofort IMF empfangen können. Vorläufig will der Sender nur UMG-Videos zeigen, doch man verhandelt bereits mit den Mitbewerbern über eine Ausweitung des Programms, heißt es. IMF soll ein Gegenpol zu MTV und seinen Ablegern werden. Die US-Musikbranche verfolgt das Schwinden von Musikinhalten auf diesen Sendern seit Monaten mit Argwohn und will nun im „Viva-Modell“ eigene Angebote installieren.





