Kino

Universal will Millionen von MySpace und YouTube

Urheberrechtliche Fragen haben den Aufstieg von MySpace und YouTube bislang eher am Rande begleitet. Nun aber steht die Musikwirtschaft kurz davor, einen Streit vom Zaun zu brechen. Laut Universal-Chef Doug Morris geht es um Tantiemen in Millionenhöhe.

Urheberrechtliche Fragen haben den phänomenalen Aufstieg von Networking-Angeboten wie MySpace und YouTube bislang eher am Rande begleitet. Nun aber steht die Musikwirtschaft offenbar kurz davor, einen neuen Streit nach dem Muster des ersten Napster-Prozesses vom Zaun zu brechen. Laut Universal-Chef Doug Morris geht es um Tantiemen in Millionenhöhe.

Im Rahmen einer von den Investmentbankern von Merrill Lynch ausgerichteten Analysten-Konferenz bezeichnete der Konzernchef des Weltmarktführers im Musikgeschäft die beiden Dienste pauschal als „Urheberrechtsverletzer“. Laut „Washington Post“ ergänzte er: „Wir glauben, dass diese neuen Geschäftsmodelle die Urheberrechte verletzen und die Dienste uns Dollarsummen in zweistelliger Millionenhöhe schulden.“

„Wie wir mit diesen Unternehmen weiterhin verfahren, wird schon bald zu sehen sein“, soll Morris gedroht haben. Merrill-Lynch-Analystin Jessica Reif Cohen sieht das als deutliches Anzeichen für baldige rechtliche Schritte. Zugleich wäre der Universal-Vorstoß wohl die erste Salve eines Entertainmentkonzerns gegen User Generated Content, der teils urheberrechtlich geschützte Werke miteinbezieht. Allerdings hatte der TV-Sender NBC bereits im Februar die nicht genehmigte Verbreitung von Fernsehshows über die Sites angemahnt.

Zuletzt hatte es bereits Verhandlungen zwischen Universal, MySpace und YouTube über die Nutzung von Künstlervideos gegeben, auch Warner Music und EMI sollen ähnliche Gesprächen führen. Eine YouTube-Sprecherin wollte den Stand der Verhandlungen gegenüber der „Washington Post“ allerdings ebenso wenig kommentieren wie MySpace.

Die Verbreitung von Künstlervideos, die Plattenfirmen Musikfernsehsendern und Onlineanbietern lange Zeit kostenlos zur Verfügung gestellt haben, stand bereits im vergangenen Jahr auf der Agenda der Musikwirtschaft: Damals setzten die Majors nacheinander bei Anbietern wie Yahoo oder AOL eine Vergütung für Videostreams durch.

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