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Universal verklagt MySpace und News Corp.

Google und YouTube geben sich in Urheberrechtsfragen kooperationsbereit und legen Millionen für Schadensersatz zurück. Die News Corp. und ihre Tochter MySpace sind weniger einsichtig. Universal reichte nun Klage gegen das Social-Networking-Portal ein.

Google und YouTube geben sich in Urheberrechtsfragen kooperationsbereit und legen sogar Millionen für Schadensersatz zurück. Die News Corp. und ihre Tochter MySpace sind da weniger einsichtig und freigiebig. Der Universal Music Group wurde das nun zu bunt: Die weltgrößte Plattenfirma reichte am 17. November Klage gegen das Social-Networking-Portal ein. Auf dem Papier geht es dabei um Milliardenbeträge.

Für jeden einzelnen Song setzt Universal eine Schadenssumme von 150.000 Dollar an. Die Inhaber der Website sähen nicht nur tatenlos zu, wie die MySpace-Nutzer Urheberrechte mit Füßen treten, sie ermunterten sie sogar dazu. Laut Universal habe sich MySpace in einen Selbstbedienungsladen für Piratenkopien von Musikvideos und Songs gewandelt. Man wolle mit der Klage sicherstellen, dass Autoren, Komponisten und Interpreten ordnungsgemäß vergütet werden, wenn Dritte auf Basis von künstlerischen Werken ein Geschäftsmodell aufbauen, das inzwischen einen Firmenwert von mehreren hundert Millionen Dollar angehäuft hat.

Am Tag der Klageeinreichung gab MySpace bekannt, dass man Rechteinhabern ein neues Werkzeug zur Meldung von Missbräuchen zur Verfügung stellen kann. Mit dem Software-Tool sollen Urheber MySpace unbürokratisch und schnell auf illegal in den Nutzerprofilen gepostete Inhalte hinweisen können und diese umgehend entfernen lassen. Erst Anfang November gab MySpace die Zusammenarbeit mit Gracenote bekannt: Über einen Audiofilter sollen nicht genehmigte Inhalte vom Upload in die Nutzerprofile gesperrt werden.

Ob es tatsächlich zu einem Prozess zwischen der UMG und MySpace kommt, ist fraglich. Beobachter gehen eher davon aus, dass der Major die News Corp. zu Verhandlungen zwingen will. Mit YouTube und Google konnte sich Universal einigen, MySpace und die News-Corp.-Mutter Fox Interactive Media hatten sich bis zuletzt einer einvernehmlichen Lizenzlösung verweigert.

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