Der US-Senat hat die umstrittenen Gesetzesentwürfe zur Reform der Urheberrechtsgesetze in modifizierter Form verabschiedet. Während Abfilmer weiterhin mit Gefängnisstrafen von bis zu drei Jahren rechnen müssen, entschärfte der Senat die Passagen, die sich gegen die Nutzer von P2P-Diensten wenden. Der Entwurf des Justizausschusses im Senat sah vor, dass auch Filesharer für bis zu drei Jahre hinter Gitter geschickt werden können, wenn sie mehr als 1000 urheberrechtlich geschützte Werke im Internet in Umlauf bringen. Zudem hätte die Staatsanwaltschaft leichter zivilrechtlich gegen mutmaßliche Filesharer vorgehen können. Dieser Passus wurde nun jedoch aus der Copyright Bill gestrichen, nicht zuletzt aufgrund der vehementen Kritik von Seiten einiger Verbraucherverbände und Interessengruppen wie der Electronic Frontier Foundation oder Public Knowledge.
Der Großteil der nun vom Senat verabschiedeten Gesetzesbestandteile wurde zuvor bereits von der anderen Kammer des US-Parlaments, dem Repräsentantenhaus, abgesegnet, doch der gesamte Senatsentwurf der Copyright Bill soll im Dezember noch mal dem House vorgelegt werden, um eine endgültige, beschlussfähige Fassung festzuzurren. Die Copyright Bill hat indes nichts mit dem ebenfalls heftig umstrittenen Induce Act zu tun, der sich gegen die Betreiber von P2P-Netzen richtet und voraussichtlich im neuen Jahr erneut ins Parlament eingebracht werden soll.





