Kino

Schwedische TV-Gruppe will ins deutsche Musik-TV

Die schwedische Sendergruppe SBS plant laut Medienberichten den Einstieg in den deutschen Fernsehmarkt und denkt dabei vor allem ans Musik-TV.

Die schwedische Sendergruppe SBS plant laut Medienberichten den Einstieg in den deutschen Fernsehmarkt und denkt dabei vor allem ans Musik-TV. „Deutschland ist allein wegen der Größe ein interessanter Markt mit nur noch einem Anbieter für Musikfernsehen. Da stellt sich die Frage eines Einstiegs“, spekuliert Markus Tellenbach, Vorstandsvorsitzender von SBS Broadcasting und zuvor in leitender Funktion bei Vox und Premiere tätig, in einem Interview mit der „Financial Times Deutschland“ (FTD).

Laut FTD-Angaben ist die Musikstation von SBS, The Voice, bereits in allen fünf skandinavischen Ländern mit einem jeweils in Landessprache produzierten Programm vertreten. In Dänemark habe The Voice mit einem nationalen Programm in der Zielgruppe der 12- bis 24-Jährigen MTV überholt. Diesen nationalen Ansatz will Tellenbach auch in Deutschland verfolgen. „Durch den Wegfall des Programms vom TV-Sender Viva entsteht eine Lücke, die wir füllen können“, glaubt der TV-Manager, der damit allerdings im Widerspruch zu den Ankündigungen von MTV steht. Denn die Senderleitung unter Catherine Mühlemann will die nationale Viva-Ausrichtung dem Vernehmen nach sogar noch ausbauen.

Zu einem möglichen Starttermin in Deutschland will die SBS-Gruppe, die mit insgesamt 16 TV- und 53 Radiosendern in Skandinavien, Benelux und Osteuropa im Geschäftsfjahr 2003 laut FTD einen Umsatz von 580 Mio. Euro und einen operativen Gewinn von 43 Mio. Euro erzielt hat, noch keine Angaben machen. „Wir sind aber bekannt dafür, dass wir schnell schießen“, formuliert Tellenbach, der sich auch einen Einstieg bei der ProSiebenSat.1 AG vorstellen könnte.