Ein neues Gerät von Sony für das digitale Home-Entertainment lässt Technologieexperten derzeit rätseln, ob Apple womöglich nun doch sein bislang gut behütetes Digital Rights Management System FairPlay an einen Mitbewerber lizenziert hat. Das Network Audio System CZ1 von Sony kann nämlich auch iTunes-Musik im ganzen Haus verbreiten. Der Entertainmentserver steuert zentral die Medienwiedergabe verschiedener Quellen, u.a. auch den Dateien, die auf dem Computer des Kunden lagern. Dabei unterstützt das NAS-CZ1 die Formate MP3, WAV, OMG (Atrac3), Windows Media und AAC, das Format, das Apple im iTunes Store benutzt. Das Sony-Gerät kann verschiedenste Software-Applikationen öffnen und ausführen, darunter auch MusicMatch, SonicStage, Windows Media Player – und iTunes. Angeblich soll das NAS-CZ1 auch Dateien abspielen können, die im iTunes Music Store erworben wurden und demnach mit dem Apple-DRM FairPlay versehen sind.
Die Pressemitteilung von Sony erwähnt eine FairPlay-Kompatibilität nicht, doch Beobachter zählen gerade Eins und Eins zusammen: Sony hatte unlängst den Aufbau eines Filmdownloadportals angekündigt, der ein „iTunes for movies“ werden soll, bereits vor über einem Jahr hätten Apple-Chef Steve Jobs und der damalige Sony-Chef Nobuyuki Idei – wenngleich erfolglos – über eine Zusammenarbeit bei iTunes verhandelt, Sonys MP3-Player schaffen den Marktdurchbruch genauso wenig wie der Downloadstore Connect, und noch im Februar ließ das alte Sony-Management durchblicken, dass man eine Übernahme von Apple zumindest erwogen habe. Dies alles seien Indizien für eine mögliche, engere Verbindung zwischen Japan und Kalifornien. Unabhängig aller Expertenphantasien kommt das NAS-CZ1 im Juli auf den europäischen Markt.





