Kino

UPDATE: Konzertfilm auf Rekordkurs

Unmittelbar vor dem Freitagsstart erwarten Analysten ein massives Debüt für „Taylor Swift: The Eras Tour“, der sich schon am ersten Wochenende in den USA – weltweit liegt die Messlatte deutlich höher – zum erfolgreichsten Konzertfilm der Geschichte aufschwingen wird. Auffällig hoch ist die Zahl der bereits ausverkauften Vorstellungen.

Als AMC Ende September ankündigte, erstmals in der Rolle eines Verleihs „Taylor Swift: The Eras Tour“ auf die Leinwände zu bringen, wurde dies vom einen oder anderen branchenfremden Börsenexperten noch zum Anlass für abwertende Bemerkungen genommen. Eine Kinokette, die ihre Hoffnungen für das vierte Quartal auf einen einzelnen Film fokussiert – und noch dazu einen Konzertfilm?

Nun, einmal abgesehen davon, dass in keiner Weise die Rede davon sein konnte, dass AMC „Taylor Swift: The Eras Tour“ in irgendeiner Form als einziges Highlight für das Jahresfinale benannt hätte, konnten die Vorverkaufsergebnisse den Wert der AMC-Anteile zuletzt durchaus beflügeln – um mehr als elf Prozent parallel zur letztwöchigen Nachricht, dass die weltweiten Vorverkäufe die Marke von 100 Mio. Dollar überschritten hätten. Zuletzt rangierten die Anteile wieder knapp unter zehn Dollar.

Erwartet wird nun ein globales Debüt im Bereich von 150 bis 200 Mio. Dollar, wobei AMC die von Branchenbeobachtern als eher konservativ erachtete Prognose eines US-Debüts um die 100 Mio. Dollar und internationaler Startergebnisse von etwa 50 Mio. Dollar abgibt – mitunter werden jeweils 25 Mio. Dollar mehr gesehen.

So oder so: Selbst wenn die Wahrheit am Ende näher an den AMC-Einschätzungen als an den extrem optimistischen Einschätzungen Dritter liegt, wird erwartet, dass „Taylor Swift: The Eras Tour“ schon am ersten Wochenende „Justin Bieber: Never Say Never“, der 2011 weltweit sensationelle 99 Mio. Dollar umsetzte und in den USA 73 Mio. Dollar einspielte, dort als umsatzstärksten Konzertfilm der Geschichte (wie üblich natürlich nicht inflationsbereinigt) ablösen wird.

Weltweit liegt die Messlatte allerdings (und anders als es beispielsweise die Tagesschau in einem insgesamt auffällig fehlerbehafteten Beitrag darstellte) noch eine ganze Ecke höher: 2009 hatte „This Is It“ mehr als 261 Mio. Dollar weltweit eingespielt, davon aber „nur“ gut 72 Mio. in Nordamerika.

Entscheidend für das Gesamtabschneiden des Konzertfilms ist natürlich, als wie frontgeladen er sich am Ende herausstellt. Dass der Run vor allem auf das erste Wochenende extrem groß ist, unterstreichen laut „Deadline“ Zahlen des Marktforschungsunternehmens EntTelligence. Demzufolge wertete dieses am vergangenen Montag bereits mehr als 4200 von 13.000 Vorstellungen am ersten Tag (also rund 32 Prozent) als „ausverkauft“, was nach deren Definition eine Belegung von wenigstens 75 Prozent der Sitze bedeutet. Damit schließt man übrigens ganz bewusst die weniger beliebte vorderste Reihe aus – AMC war zuletzt daran gescheitert, die Beliebtheit dieser Sitze mit einem neuen (hierzulande allerdings völlig üblichen) Preisgefüge zu steigern, das aber insgesamt zu Verteuerungen geführt hätte und vom Publikum klar abgelehnt worden war.

Als Vergleich zieht EntTelligence „Barbie“ und „Spider-Man: No Way Home“ heran. Während für ersteren „nur“ 500 der Preview-Screenings als ausverkauft gewertet wurden, waren es beim Marvel-Hit 18 Prozent der Donnerstagsvorführungen. Ein Unterschied: „Taylor Swift: The Eras Tour“ kommt erst mit dem Start des Wochenendes am Freitag, den 13. auf die Leinwände (man nutzt hier Swifts persönliche Glückszahl), nicht unter der Woche, was sich durchaus noch einmal positiv auf die Auslastungsraten zum Start auswirken dürfte. Ein Startergebnis auf dem Niveau der beiden Megahits von Warner bzw. Sony steht trotz der hohen Auslastungen natürlich nicht zu erwarten, umso weniger ein entsprechendes Endergebnis.

(UPDATE: Wie Taylor Swift selbst nach der von ihr besuchten Premiere am Mittwoch im AMC The Grove bekannt gab, wird es aufgrund der „enormen Nachfrage“ in den USA und Kanada nun doch bereits erste Preview-Screenings am Donnerstag geben)

Interessant ist aber auch: Laut EntTelligence würden sich die bislang aufgelaufenen Vorverkäufe „relativ gleichmäßig“ auf die ersten drei Auswertungstage verteilen – wobei man für das gesamte erste Wochenende zuletzt 6800 Vorstellungen als „ausverkauft“ wertete. Nach dem ersten Wochenende wird „Taylor Swift: The Eras Tour“ jeweils von Donnerstag bis Sonntag in den Kinos zu sehen sein, gedacht ist an eine wenigstens vierwöchige Dauer der Kinoauswertung.

Was sich übrigens andere Filme an diesem Kinowochenende in den USA ausrechnen können? Laut EntTelligence entfielen 99 Prozent der Vorverkäufe auf Swift…