Die Grokster-Betreiber haben ihre P2P-Plattform am 7. November geschlossen. Im Rahmen eines außergerichtlichen Vergleichs mit der Musikbranche erklärten sie sich zudem bereit, die Grokster-Software nicht mehr zu vertreiben und eine Schadensersatzsumme zu zahlen.
Ende Juni hatte das oberste Gericht der USA entschieden, dass die Firma Grokster für die Urheberrechtsverletzungen ihrer Nutzer verantwortlich gemacht werden kann. Nun zogen die Grokster-Betreiber die Konsequenzen und stimmten der Schließung der Tauschbörse zu. Nach den inzwischen drei Jahre andauernden juristischen Auseinandersetzungen veröffentlichten die Betreiber auf der Domain grokster.com zudem ein Schuldeingeständnis. Dort heißt es: „Es gibt legale Dienste für das Herunterladen von Musik und Filmen. Dieser Dienst gehört jedoch nicht zu den ‚legalen‘.“ Im Rahmen eines außergerichtlichen Vergleichs willigte Grokster außerdem ein, die Komponenten des Systems nicht weiter zu entwickeln und den Vertrieb der Software einzustellen. Ein Sprecher des US-Branchenverbands RIAA erklärte, dass sich die Betreiber außerdem bereit erklärt hätten, eine Schadensersatzsumme in Höhe von 50 Mio. Dollar an die geschädigten Firmen zu zahlen.
„Diese Einigung beendet ein unglaublich wichtiges Kapitel in der Geschichte der digitalen Musik“, erklärte Mitch Bainwol, Chairman & CEO RIAA. Das Ende der Auseinandersetzung ist nicht nur aus Sicht der Musikbranche, sondern auch aus Sicht des Konsumenten äußerst erfolgreich, denn letztendlich gehe es darum, in neue Musik investieren zu können. Ein legaler digitaler Markt ermögliche dies. „Das Grokster-Urteil hat Wachstum und Innovationsgeschwindigkeit im legalen Downloadgeschäft beschleunigt“, betonte David Israelite, Chairman und CEO der National Music Publishers Association.
Trotz des Schuldeingeständnisses und der Schließung der Tauschbörse, könnte Grokster in anderer Form wieder auferstehen und ebenso wie andere ehemalige P2P-Börsen als legaler Dienst zurückkehren. So glaubt beispielsweise die britische „BBC“ daran, dass die Marke Grokster wahrscheinlich überleben werde. In dem auf der Grokster-Domain veröffentlichten Statement kündigen die Betreiber an, dass sie hoffen, bald einen sicheren und legalen Dienst zur Verfügung stellen zu können. Nutzer können sich bereits jetzt für den Beta-Test der nächsten Grokster-Generation unter grokster3g.com registrieren. Im September hatten zahlreiche Medien bereits über eine Grokster-Übernahme durch Mashboxx spekuliert. Mashboxx-Chef Wayne Rosso, der von 2002 bis Oktober 2003 Chef der Tauschbörse Grokster war, wolle demnach seine frühere Firma in sein neues Unternehmen eingliedern. Dabei gehe es Mashoboxx vor allem darum, die Grokster-Nutzer zu potenziellen Mashboxx-Kunden zu machen.






