Kino

Musiksender erneut wegen Klingeltonspots in der Kritik

Die deutschen Musikkanäle belegen inzwischen teilweise über 90 Prozent ihrer Werbezeit mit Klingeltonwerbung. Das ergaben aktuelle Programmanalysen der zuständigen Landesmedienanstalten.

Die deutschen Musikkanäle belegen inzwischen teilweise über 90 Prozent ihrer Werbezeit mit Klingeltonwerbung. Das ergaben aktuelle Programmanalysen der zuständigen Landesmedienanstalten. Zudem verstießen Viva und MTV2 Pop in Einzelfällen gegen die zeitliche Obergrenze für Werbespots und sendeten mehr als zwölf Minuten Werbung pro Stunde. Bei Viva sei sogar ein Höchstwert von über 18 Minuten erreicht worden. Daher habe die Gemeinsame Stelle Programm, Werbung und Medienkompetenz der Hamburgische Anstalt für neue Medien (HAM) empfohlen, gegen die Sender „rechtsaufsichtlich tätig zu werden“. Den Musiksendern wird dabei zunächst die Gelegenheit gegeben, sich zu den Vorwürfen zu äußern.

Die Analysen hätten hingegen keinen Hinweis auf Verstöße gegen den Rundfunkstaatsvertrag oder bestehende Werberichtlinien ergeben. Prof. Dr. Norbert Schneider, Vorsitzender der Gemeinsamen Stelle, kritisiert dennoch, dass die Klingeltonspots vor allem auf junge Handy-Nutzer zielen: „Die Unerfahrenheit dieser Zielgruppe darf nicht ausgenutzt werden“, erklärte er. Es bestehe ganz eindeutig die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche etwa durch irreführende Preisangaben die Kosten des Herunterladens falsch einschätzten. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) überprüft derzeit, ob die TV-Spots der Klingeltonanbieter gegen die Jugendschutzvorschriften verstoßen.

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