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Mark Cuban zahlt Anwälte für Grokster

Wenn am heutigen 29. März die Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof der USA im Prozess gegen Grokster und Morpheus beginnt, können die P2P-Betreiber zumindest wegen einer Sache ruhig schlafen: Die Kosten für den Rechtsstreit sind gedeckt. Dotcom-Milliardär Mark Cuban hat den Tauschbörsen seine Unterstützung zugesagt.

Wenn am heutigen 29. März die Anhörungen vor dem Supreme Court, dem Obersten Gerichtshof der USA, im Prozess gegen Grokster und StreamCast/Morpheus beginnen, können die Betreiber der P2P-Dienste zumindest wegen einer Sache ruhig schlafen: Die immensen Kosten für den langjährigen Rechtsstreit mit der Film- und Musikindustrie sind gedeckt. Der Dotcom-Milliardär Mark Cuban hat den Tauschbörsen seine finanzielle Unterstützung zugesagt.

Der vielseitige Unternehmer will nach eigener Aussage verhindern, dass Technologien von wenigen großen Unternehmen kontrolliert werden. Cuban, der mit Firmen wie Rysher Entertainment, 2929 Productions, Magnolia Pictures und Landmark Theatres sowie HDNet und den zugehörigen Tochterfirmen selbst als Inhalteproduzent fungiert, reagiert damit auf die Bitte der Electronic Frontier Foundation und anderer Interessengruppen, die bei ihm um Beistand anfragten.

Sollte Grokster in der Revisionsklage gegen die RIAA und die MPAA unterliegen, werden technologische Innovationen zwar nicht gänzlich zum Erliegen kommen, so Cuban, aber jede neue Entwicklung werde praktisch unbezahlbar. Ein Szenario, in dem junge Unternehmer erst bei teuren Fachanwälten juristischen Rat einholen müssen, um sicherzustellen, dass ihr Produkt oder ihre Dienstleistung nicht gegen die Rechte der Musik- und Filmbranche verstößt, sei untragbar, findet Cuban. „Software stiehlt keine Inhalte, sondern Menschen“, so seine Ansicht. „Es spielt keine Rolle, dass die RIAA sich bei jeder einzelnen technischen Neuerung der letzten Jahre und der befürchteten Gefahr für die Musikindustrie völlig verschätzt hat. Ausschlaggebend für meine Entscheidung war nur, dass die RIAA mehr Geld als alle anderen für Anwälte ausgeben kann“, schreibt Cuban in seinem Blog. Ihm als Content-Erzeuger sei völlig egal, über welche Plattformen seine Inhalte vertrieben werden: „Bits sind Bits. Wir wollen, dass unsere Inhalte so zum Kunden kommen, wie es der Kunde will, wann er es will, und zu Kosten, die der Kunde preiswert findet.“

Mark Cuban hat sich in den USA einen Ruf als zukunftsorientierter Unternehmer mit wenig Respekt vor eingefahrenen Strukturen erarbeitet. In den frühen 80er-Jahren half er, die Firma MicroSolutions zu gründen, die später an CompuServe verkauft wurde. 1995 rief er die Internetfirma Broadcast.com ins Leben, die schon früh mit dem Streaming von Medieninhalten experimentierte. Der Verkauf dieser Firma an Yahoo! im Jahr 1999 brachte Cuban 5,7 Mrd. Dollar ein. Heute ist er u.a. auch Arbeitgeber eines bekannten deutschen Spitzensportlers. Cuban ist Besitzer des NBA-Basketballteams Dallas Mavericks, dessen großer Star Dirk Nowitzki ist. Die Spiele der Mavericks werden regelmäßig in hoch auflösender Bildqualität über das Sendernetz HDNet (High Definition Network) ausgestrahlt.

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