Kino

Indies gewinnen gegenüber Majors an Boden im Sync-Geschäft

Im US-Markt zeichnet sich seit geraumer Zeit eine Trendwende im Lizenzgeschäft ab. TV- und Filmproduzenten, Werbeagenturen und Markenartikler setzen bei der Emotionalisierung ihrer Ware zunehmend auf Musik aus konzernunabhängigen Quellen.

Im US-Markt zeichnet sich seit geraumer Zeit eine Trendwende im Lizenzgeschäft ab. TV- und Filmproduzenten, Werbeagenturen und Markenartikler setzen bei der Emotionalisierung ihrer Ware zunehmend auf Musik aus konzernunabhängigen Quellen. Die Musikverantwortlichen bei den Lizenznehmern scheuen einerseits die hohen Kosten von Major-Repertoire und hoffen zugleich auf Einzigartigkeit: Wer für ein neues Auto, einen Weichspüler, eine Fernsehserie oder einen Film exklusiv die Musik eines viel versprechenden Newcomers bekommen kann, verschafft sich in der Vermarktung ein akustisches Alleinstellungsmerkmal und mit der richtigen Einkaufsphilosophie auch ein hippes Image.

Don Rose, President des amerikanischen Independentverbands A2IM, erklärte gegenüber der „Washington Post“, dass derlei Lizenzdeals für Indielabels immer wichtiger werden und „einen wachsenden und bedeutenden Umsatzanteil“ kleiner und mittlerer Firmen ausmachen. ESL Music, das Label der Thievery-Corporation-Mitglieder Eric Hilton und Rob Garza, macht mittlerweile 40 Prozent seiner Umsätze über Lizenzdeals. Oft genug sorgt die richtige Platzierung von vorher meist unbekannter Musik für Hits in engen Zielgruppen. So wurden in den letzten Monaten Bands und Künstler wie The Shins, Arcade Fire, Tegan & Sara, Sufjean Stevens, The Futureheads oder Iron & Wine einem größeren Publikum bekannt.

Beliebtes Vehikel waren dabei meist landesweit populäre TV-Serien wie „The O.C.“, „The Closer“, „Sex and the City“, „Six Feet Under“ und „The Westwing“ oder Kultfilme wie „Napoleon Dynamite“ und „Garden State“. Auch das Repertoire deutscher Labels kam dabei zum Einsatz: So erlebte z.B. Alphavilles 80er-Jahre-Hymne „Forever Young“ ein Comeback in der Nerd-Dramödie „Napoleon Dynamite“ und der Augsburger Compost-Act Les Gammas war prominent in „Six Feet Under“ zu hören.

Auch die Platzierung von Indiemusik in Werbespots ist bei den Urhebern nicht mehr so verpönt wie früher, als man um seine Glaubwürdigkeit fürchtete. Nicola Conte singt für Kmart, Jet für Apple, Dirty Vegas für Mitsubishi und die Thievery Corporation für Starbucks oder Banana Republic.