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Großinvestor Icahn greift Time Warner wegen Verkauf von Warner Music an

Einer der profiliertesten Großaktionäre des Medienkonzerns Time Warner ist sauer. Weil der Vorstand seiner Ansicht nach Fehler über Fehler macht, hat Carl Icahn nun einen offenen Brief an alle Anteilseigner von Time Warner geschickt. Er will damit Änderungen an der Spitze herbeiführen.

Einer der profiliertesten Großaktionäre des Medienkonzerns Time Warner (TW) ist sauer. Weil der Vorstand seiner Ansicht nach Fehler über Fehler macht, hat Carl Icahn nun einen offenen Brief an alle Anteilseigner von Time Warner geschickt. Er will damit Änderungen an der Spitze herbeiführen. Die aktuelle Führungsspitze des Konzerns habe in den letzten Jahren eine „trostlose Bilanz an Fehlentscheidungen und Untätigkeit“ angehäuft, findet Icahn, der zusammen mit Privatinvestoren inzwischen 2,8 Prozent der TW-Aktien besitzt. Schon der Verkauf an AOL im Jahr 2000 sei eine Katastrophe gewesen, der den Börsenwert des Unternehmens fast völlig ruiniert habe. Und danach habe TW seine Musiksparte und die Hälfte des TV-Senders Comedy Central zu Schleuderpreisen verkauft.

Icahn spricht in diesem Zusammenhang von zwei Kardinalsünden: Überstürztes und unüberlegtes Handeln sowie Tatenlosigkeit. Das Management von Time Warner habe sich beider dieser Sünden schuldig gemacht. Besonders der Verkauf der Warner Music Group (WMG) im Jahr 2003 für 2,6 Mrd. Dollar zeuge von einem Mangel an kaufmännischer Urteilskraft des Vorstands und von CEO Richard D. Parsons sowie von der Unfähigkeit, ein Unternehmen effizient zu leiten. Icahn ist davon überzeugt, dass die Bewertung der WMG in der Talsohle einen „Verkauf zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt“ zur Folge hatte. „Und am peinlichsten für Time Warner ist, dass der gegenwärtige Unternehmenswert der WMG nach dem Börsengang mit mehr als 4,7 Mrd. Dollar um 81 Prozent über dem Verkaufspreis liegt.“

Der Vorstand wäre besser beraten gewesen, die Musiksparten zu behalten und die vom Bronfman-Konsortium nun umgesetzten Sparmaßnahmen selbst durchzuführen. Ähnlich schonungslos fällt Icahns Urteil auch zum 50-prozentigen Verkauf des Senders Comedy Central an Viacom aus, für den TW vor zwei Jahren 1,3 Mrd. Dollar erzielt hatte. Heute ist der Kanal geschätzte 4,5 Mrd. Dollar wert.

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