Der Gesetzgebungsprozess zum neuen französischen Urheberrecht soll in der zweiten Märzwoche fortgesetzt werden. Dann wird die Nationalversammlung die Debatte über den inzwischen überarbeiteten Regierungsentwurf wieder aufnehmen. Kulturminister Renaud Donnedieu de Vabres erklärte gegenüber dem Pariser Sender Radio J, dass die parlamentarischen Beratungen „voraussichtlich zwischen dem 7. und dem 10. März“ stattfinden werden. Die Regierung habe nun alle offenen Punkte ihres Entwurfs abgeklärt und werde eine beschlussfähige Fassung vorlegen. Das neue Gesetz werde Urhebern eine vernünftige Vergütung sichern und gleichzeitig den Konsumenten eine größtmögliche Vielfalt und Flexibilität der gewerblichen Angebote ermöglichen, so der Minister.
Am 22. Februar will die Regierung eine Forumswebsite (lestelechargements.com) ins Netz stellen, die zwischen Künstlern und der Öffentlichkeit einen Meinungs- und Informationsaustausch zum Thema Downloads ermöglichen soll. Damit reagiert Donnedieu de Vabres auf die Kritiker, die ihm mangelnde Kommunikation in der Vorlaufzeit zur Urheberrechtsreform vorwerfen.
Unterdessen meldete sich in der lebhaften Diskussion um die Reform kürzlich ein Ex-Minister zu Wort. Dominique Strauss-Kahn, einst französischer Finanzminister, sprach sich in einem Beitrag für die „Libération“ gegen die Einführung einer P2P-Flatrate aus. Vielmehr sollten Filesharer für die Anzahl der Downloads zur Kasse gebeten werden. Diese Art der Einzelabrechnung müssten die Internet Service Provider gewährleisten. Pro Song sei dabei ein Preis von möglicherweise weniger als zehn Cents realistisch, so Strauss-Kahn.





