Kino

Fourtou bleibt der Musik treu, sagt aber Hollywood adieu

Der französische Medienkonzern Vivendi Universal (VU) will sich so schnell wie möglich von seiner Entertainmentsparte Vivendi Universal Entertainment (VUE) trennen. Das verkündete Jean-René Fourtou, Chairman & CEO des Unternehmens, heute auf der jährlichen Aktionärsversammlung in Paris, im Rahmen derer er seine Zukunftspläne vorstellte.

Zu VUE gehören neben den Film- und Fernsehstudios auch die Unterhaltungs- und Themenparks. „Seit März sind wir im Vorstand und im Aufsichtsrat davon überzeugt, dass es keinen Sinn macht, zu glauben, wir könnten das VUE-Geschäft nach vorne bringen – wo VUE doch in L.A. sitzt, und wir hier in Paris“, sagte Fourtou.

Der Verkauf, für den er keine Interessenten nannte, soll ganz oder in Teilen erfolgen. Ganz oder in Teilen behalten will VU dagegen die Universal Music Group (UMG). Bis Ende 2004 soll sie auch wieder Profite abwerfen, dann aber eventuell mit einem Partner. Wer das sein könnte, blieb unklar. Übernahmeangebote für die UMG lägen derzeit nicht vor, erklärte Fourtou. Erst vor zwei Wochen kursierten Gerüchte über angebliche Kaufofferten der Computer-Hersteller Apple und Microsoft.

Keine endgültige Entscheidung gibt es für die Games-Sparte, wenngleich ein Verkauf favorisiert werde. Bis Ende 2004 soll sich VU laut Fourtou auf sein europäisches Telekommunikations- und TV-Geschäft stützen können. Dafür will er durch den Verkauf der Assets im Idealfall 16 Milliarden Euro erlösen.

Seit seinem Amtsantritt vor rund zehn Monaten reduzierte Fourtou den Schuldenberg des Konzerns von 37 auf nur noch elf Milliarden Euro. Dennoch konnte er nicht verhindern, dass VU im Jahr 2002 mit 23,3 Milliarden Euro den größten Unternehmensverlust in der französischen Geschichte verzeichnete. Der Nachfolger des umstrittenen Ex-VU-Chefs Jean-Marie Messier musste auf der Aktionärsversammlung zudem den 40-prozentigen Wertverfall der VU-Aktie schön reden. Am Rande der Konferenz sprach nun außerdem Edgar Bronfman jr. erstmals öffentlich aus, was viele vermuteten: Er war der Drahtzieher der Absetzung von Messier im Juli 2002. Er kam mit dem Führungsstil des einstigen Medien-Tycoons nicht klar, sagte der einstige Vice President und immer noch größte Aktionär des Konzerns. Später seien dann auch noch finanzielle Fragen entstanden.

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