Die US-Bundespolizei FBI führte am 25. August erstmals eine konzertierte Aktion gegen organisierte Internetpiraten durch. Bei Razzien an fünf P2P-Knotenpunkten wurde die technische Ausrüstung des so genannten Underground Network beschlagnahmt. Diese geschlossene Filesharer-Cummunity mit mutmaßlich 7000 Mitgliedern war seit längerem im Fadenkreuz der Ermittler. Bei Hausdurchsuchungen in Texas, New York und Wisconsin konfiszierten die FBI-Agenten Computer, Software und Peripherie-Geräte. Die Razzien waren Teil der Operation Digital Gridlock des US-Justizministeriums, die das FBI gemeinsam mit anderen Ermittlungsbehörden im Kampf gegen Internetpiraterie umsetzt.
Wer beim Underground Network Mitglied werden will, muss Datenmengen zwischen einem und 100 Gigabytes zur Verfügung stellen – also bis zu 250.000 Songs. Jeder der fünf beschlagnahmten Knotenpunkte – allesamt in Privatwohnsitzen untergebracht – hatte rund 40 Petabyte an Daten gespeichert, das entspricht etwa 60.000 Filmen oder 10,5 Mio. Songs. Laut Justizminister John Ashcroft liegt der Fall klar: „Die Betreiber steuern ganz eindeutig ein Unternehmen, das illegale Aktivitäten billigt und das es zur Bedingung für Mitglieder macht, dass man gestohlenes Material bereitstellt.“ Das FBI nahm zwar bei den Razzien keine Personen fest, schloss aber nicht aus, dass dies noch folgen könnte. Ashcroft will mit der Operation Digital Gridlock eine deutliche Botschaft vermitteln: „P2P steht nicht für ‚permission to pilfer'“, sei also keine ‚Erlaubnis zum Diebstahl‘.






