Das Europaparlament will die Arbeitsbedingungen für Musiker innerhalb der Union verbessern. Bei der Plenarsitzung am 7. Juni verabschiedeten die Abgeordneten nun einen Vorschlag des Kulturausschusses, der u.a. die Einführung einer elektronischen Sozialversicherungskarte für Künstler vorsieht.
Der Entwurf entstand unter der Federführung der französischen Abgeordneten Claire Gibault, die auch als Dirigentin tätig ist. Obwohl es in Europa Richtlinien für den Austausch von Informationen und Geldern gebe, seien diese den Künstlern meist nicht bekannt. Trotz der Niederlassungsfreiheit innerhalb der EU komme es daher zu oft vor, dass Künstler in ganz Europa gearbeitet haben und bei ihren Aufträgen vor Ort Beiträge für Sozialversicherung, Rentensystem und mitunter sogar Arbeitslosenversicherung bezahlt haben. Doch die daraus resultierenden Rechte würden oft nicht in die Heimatländer übertragen, die Künstler kämen zu Hause nicht an ihre Rente oder Arbeitslosenversicherung.
In einzelnen Mitgliedsländern der EU gebe es laut Gibault noch einen recht stark ausgeprägten Protektionismus, der die Übertragung von Beitragsleistungen verhindere. Das Europaparlament rät der EU-Kommission deshalb zur Einführung einer europäischen elektronischen Sozialversicherungskarte, mit der man das ganze Arbeitsleben eines Künstlers in Bezug auf Krankenversicherung, Rente oder Arbeitslosengeld nachvollziehen kann.
Zudem soll ein europäisches Register angelegt werden, in dem alle Arbeitgeber des Künstlers sowie Art und Dauer der Aufträge festgehalten werden sollen. Eine von der EU zu erstellende Infobroschüre soll darüber hinaus Künstlern helfen, sich über ihre Rechte zu informieren. Außerdem forciert Gibault eine Erleichterung der Visa-Formalitäten für Künstler, die nicht aus der EU stammen.






