Das Gebot von Edgar Bronfman für die Unterhaltungs-Assets von Vivendi Universal (VU) stößt in Finanzkreisen auf unverholene Skepsis. Er habe in der Zeit, als der von der Bronfman-Famlie kontrollierte Seagram-Konzern die Universal-Firmen besaß, nicht gerade mit einer glücklichen Hand agiert, finden Analysten und Hollywood-Insider. Vor allem sei er es gewesen, so die Kritiker, der das Entertainment-Geschäft im Jahr 2000 an Vivendi verkauft habe und damit den Niedergang der Firmenwerte einläutete. „Das letzte Mal, als Herr Bronfman an der Wall Street gesehen wurde, hat er gerade die Hand von Jean-Marie Messier geschüttelt“, begründet zum Beispiel Michael Nathanson, Media Analyst bei Sanford C. Bernstein, seine Zweifel. „Dieses Bild blieb uns hier bis heute in Erinnerung.“ Allerdings gewann Bronfman zuletzt wieder an Statur, weil er die treibende Kraft hinter dem Rausschmiss des einstigen VU-Chefs Messier war, der allgemein für die Krise des Mischkonzerns verantwortlich gemacht wird. Immerhin kletterte nach Bronfmans Angebot der Kurs der VU-Aktie am Mittwochabend um 1,19 Dollar auf nun 17,30 Dollar.
“ (21.05.03)






