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ARD-Führung zweifelt am Grand-Prix-Konzept

Katerstimmung bei der ARD: Die vergleichsweise miese Quote beim deutschen Grand-Prix-Vorentscheid zwingt die Programmentscheider nun zum Umdenken. Beim nächsten Mal sei mehr Spektakel gefragt, so Programmdirektor Struve.

Katerstimmung bei der ARD: Die vergleichsweise miese Quote beim deutschen Grand-Prix-Vorentscheid zwingt die Programmentscheider nun zum Umdenken. Beim nächsten Mal sei mehr Spektakel gefragt, so Programmdirektor Günter Struve. „Bei diesem Konzept kann es nicht bleiben. Das war allerdings schon vorher bekannt. Dazu hätte es des vergangenen Freitags nicht bedurft“, sagte der ARD-Obere. Mit nur 5,64 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 18,1 Prozent blieb der „Countdown Grand Prix“ deutlich – mit rund drei Millionen TV-Sehern weniger – hinter dem Ergebnis des Vorjahres zurück (MA: 26,7 Prozent). Dieser Wettbewerb brauche „seine Ecken und Kanten“, so Struve weiter.

„In den vergangenen Jahren hatten wir Teilnehmer wie Stefan Raab, Guildo Horn oder Rudolph Mooshammer, die den Grand Prix emotional nach vorne gebracht haben. Die Kraft der Songs reicht nicht allein zum Gelingen.“ Das Auswahlverfahren müsse künftig „dramatischer auf den Punkt“ gebracht werden. Eine Adaption des österreichischen Konzepts der ORF-Show „Starmania“ wollte Struve dabei nicht ausschließen.

Gegen zu frühe Kritik verwehrte sich jedoch Jürgen Meier-Beer, Unterhaltungschef des für den Grand Prix zuständigen NDR: „Wir haben keinen Flop gelandet. Außerdem geht es beim Grand Prix nicht nur um die Quote, sondern um die Suche nach einem Titel, der ins internationale Finale passt und mit dem sich die deutschen Zuschauer identifizieren können.“ Das Konzept sei keineswegs ausgereizt, so Meier-Beer, er mache sich dennoch Gedanken über eine Neuausrichtung. Mit „Superstar“ Dieter Bohlen stehe er ohnehin „seit Jahren“ in Kontakt und beide seien sich einig, dass Grand Prix und „Deutschland sucht den Superstar“ eigenständige Formate sind. Er wolle jedoch für die Zukunft nichts ausschließen.

Am 25. März tagen die ARD-Programmdirektoren unter anderem zu diesem Thema, am 3. April treffen dann womöglich die ARD-Unterhaltungschefs eine Entscheidung über die Zukunft des Grand Prix.