Die Official Charts Company führt neue Regelungen für die UK-Singlescharts ein. Die britischen Chartsermittler zielen darauf ab, zum einen wieder mehr Tempo und Dynamik ins Charts-Geschehen zu bekommen, und zum anderen, den Labels wieder mehr Möglichkeiten zu bieten, neue Künstler und Bands ins Rampenlicht zu stellen.
Ausgangspunkt für die Maßnahmen waren Kontroversen, nachdem Ed Sheeran im März dieses Jahres alle 16 Tracks seines Albums „÷ (Divide)“ in die britischen Top 20 brachte und auch Künstler wie Drake oder Stormzy mit etlichen Titeln gleichzeitig die Hitliste bei den Singles „blockierten“. Dies soll künftig so nicht mehr möglich sein: Die neue Regelung sieht vor, dass fortan nur die drei aktuell populärsten Tracks eines „Lead Artist“ auf einmal in die Top 100 kommen können. Notierungen als „featured Artist“, also Gastauftritte auf Singles anderer Acts, sind von dieser Beschränkung indes nicht betroffen.
Eine weitere Regeländerung besagt, dass Aufnahmen, die mindestesten zehn Wochen in den Charts präsent sind und die letzten drei Wochen am Stück Plätze verloren haben, bei der Umrechnung ihrer Streams in Charts-Einheiten statt im Verhältnis 150 zu eins mit 300 zu eins bewertet werden. Somit soll der Auszug solcher älterer Titel mit abnehmender Tendenz aus den Charts beschleunigt werden.
Wie „Music Week“ meldet, fanden die neuen Maßnahmen bereits breite Zustimmung bei Major- wie Independentlabels, Händlern, digitalen Musikdiensten und beim Hörfunksender BBC Radio 1, der wöchentlich eine Sendung zu den UK-Singles-Charts ausstrahlt.
„All dies geschieht, um neue Musik zu unterstützen“, erklärte Martin Talbot, der Hauptgeschäftsführer der Official Charts Company. Die Maßnahmen wollen die UK-Chartsermittler bereits im Erhebungszeitraum vom 30. Juni bis 6. Juli 2017 erstmals umsetzen.
Die britischen Chartsermittler beziffern den Marktanteil von Streaming bei den Singles auf inzwischen mehr als 80 Prozent.






