“Die zweiten Awards waren um 100 Prozent besser als die ersten“, urteilt Markus Gardeweg, A&R und DJ bei Kontor, im Gespräch mit MUSIKWoche. Diese euphorische Bewertung teilen auch die Veranstalter, die Firmengruppe Public Propaganda und der Discomania Medienvertrieb (DMD)).
Jens-Markus Wegener, Geschäftsführer von Public Propaganda, erklärt: „Für die zweiten GDA können wir sehr zufrieden sein. Die Gala im Theater Schmidts Tivoli verlief reibungslos. Mich hat jedoch gestört, dass das Publikum noch lange herumgelaufen ist und so den Beginn der Preisverleihung verzögert hat.“ Auch sein Bruder Oliver Wegener, ebenfalls Geschäftsführer von Public Propaganda, zieht eine positive Bilanz: „Wir haben unser Ziel, die Dance-Community und all ihre Subcommunities zusammenzubringen, erreicht. Da Dance in den Medien wenig greifbar ist, bieten wir dafür ein Forum.“
So berichteten 358 akkredierte Journalisten aus zwölf Ländern und über 20 Fernsehteams von den GDA. Für die Branche äußert sich Konrad von Löhneysen, Geschäftsführer Universal Records: „Die German Dance Awards haben eine wichtige Bedeutung für die Szene. Die DJs und Produzenten können sich hier in einem anderen Kontext präsentieren und werden für ihre künstlerischen Leistungen ausgezeichnet. Und für uns ist es sehr schön, auf engstem Raum alle Kollegen zu treffen.“
Nach der Gala trafen sich die Teilnehmer in der Hamburger Mandarin Lounge, wo es dann auch eng wurde. Dies kritisiert Jörg Böhm, Geschäftsführer der Agentur Plattenmann.de: „Wenn die Veranstalter beim nächsten Mal erneut in das Mandarin,Loch‘ gehen, werde ich nicht mehr kommen. Denn mir ist es nicht gelungen, die Leute, die ich treffen wollte, auch tatsächlich zu kontakten.“
Ebenfalls kritisch kommentiert Sascha Lindemann, Labelmanager der Sony Dance Division, die GDA 2000.2, die er als „durchwachsen“ empfand: „Es ist schade, dass so erfolgreiche Charts-Acts wie unsere Brooklyn Bounce oder Gigi D’Agostino keine Chancen haben. Dadurch fehlt den Awards die Balance.“ Jens-Markus Wegener entgegnete auf die Bemerkungen: „Wir wollen mit den GDA bewusst künstlerisch innovative Leistungen würdigen. Das haben wir bereits 1999 mit dem Bundesverband abgesprochen. Denn die GDA sollen keine Konkurrenz zum Echo bilden, wo es um die kommerziellen Erfolge geht.“ Zudem kündigte er einen Nachtreff an, auf dem alle Verbesserungsvorschläge einbringen können.
Preise…
…verteilten die Veranstalter der German Dance Awards zuhauf. Gleich drei gingen an den italienischen Star-DJ Mauro Picotto von Media Records. Geburtstagskind Jens Thele, der an diesem Tag 33 Jahre alt wurde, freute sich über zwei Ehrungen: Die Jury hatte ihn zum besten A&R-Mann gewählt und sein Label Kontor Records gewann den Preis für „nationales Exportlabel von Discomania“. In der Kategorie „Händler“ wollte sich die Jury nicht auf einen Nominierten festlegen und bestimmte alle fünf Kandidaten zum Sieger. Im Feld „Medium“ erhielt die legendäre Techno-Radiosendung „Clubnight“ vom Hessischen Rundfunk einen Award. Bisher lief die von Markus Hertle betreute Sendung dort auf den Kanälen hr3 und der Jugendwelle XXL. Die Intendanz des Hessischen Rundfunk plant jedoch, die Sendung nur noch auf XXL auszustrahlen, wodurch die „Clubnight“ erheblich an Reichweite verlieren würde. Mit ihrer Entscheidung wollten die GDA-Macher ein Zeichen gegen diese Planung setzen. Wie bereits beim ersten Mal sorgte die Rede von Marc Spoon, in der er unter anderem die Zusammenarbeit von Timo Maas und Madonna würdigte, für unterhaltsame Momente bei der Gala. Weitere Überraschungen lieferten 2Step-Sänger Craig David, der nach einem Hamburger Konzert noch bei seinem Mentor Artful Dodger einstieg, und Madonna-Producer Mirwais Ahmadzal, der sich unter die 4000 Partygäste mischte und bis in die frühen Morgenstunden mitfeierte





