Für Michael Weisser, Creative Director von IC-DigIt-Music, ist der Fall und damit das Firmenmotto klar: „Musik ist das Korn zwischen den Mühlsteinen Kunst und Kommerz.“ Weisser, neben Geschäftsführer Bernd Heuer seit 1991 Mitgesellschafter, weiß, wovon er spricht.
Mehr als 350 CDs hat die Firma in 20 Jahren Firmengeschichte veröffentlicht. Der Elektronik-Papst Klaus Schulze sowie der damalige Musikjournalist und spätere edel-Gründer Michael Haentjes riefen IC 1978 als Label der WEA-Gruppe ins Leben.
Neben den innovativen Elektronikklängen, die der deutschen Szene dank Aktivisten wie dem IC-Team einen guten internationalen Ruf einbrachten, begab sich IC zu Beginn der achtziger Jahre auch noch auf ein anderes Feld: Am 31. Oktober 1980 wurde das Album „Ideal“ von der gleichnamigen Berliner NdW-Band veröffentlicht; ein Jahr später gab es dafür Gold, 1982 sogar Platin. Haentjes und WEA stiegen später aus der Firma aus, Weisser, der vorher unter anderem als Science-Fiction-Autor bei Suhrkamp, als Herausgeber von Ästhetik- Bildbänden und auch als Lehrbeauftragter für Öffentliche Kunst und Fotodesign an Hochschulen und Universitäten in Braunschweig und Bremen arbeitete, wurde 1983 angeheuert. Während Klaus Schulze und der ehemalige Geschäftsführer Mark Sakautzky ebenfalls die Firma verließen, avancierte Weisser zum kreativen Direktor und Mitinhaber: „Mark verkaufte seine 50 Prozent an die Pallas-Gruppe, und ich blieb unter der Maßgabe, daß ich in allen wesentlichen Positionen das letzte Veto habe.“
Bei aller Freude über zwei erfolgreich überlebte Jahrzehnte bedauert der Jubilar die Überflutung des Marktes mit Produkten: „Die Masse von Musik, die heute überall die Regale verstopft, könnte doch nur noch von Arbeitslosen gehört werden, aber dafür fehlt denen das Geld“, so Weisser. „Heute kann jeder produzieren was er will, das schadet gerade den anspruchsvolleren Anbietern.“ Deshalb fordert Weisser für den Musikmarkt eine freiwillige Selbstkontrolle, „damit wir in den Fluten nicht eines Tages alle ersaufen“. Außerdem wünscht sich Weisser auch etwas weniger Lärm und mehr Musik, weshalb Braga, eines seiner neuesten Projekte, mit dem programmatischen Hinweis „The poetry of acoustic music“ angekündigt wird.






