Zomba bekennt sich zu Jamaika

Seit rund einem Jahr ist das englische Reggae-Label Greensleeves Records im Vertrieb von Zomba. Pünktlich zum 25sten Firmengeburtstag erscheinen am 23. April 25 Wiederveröffentlichungen „klassischer“ Greensleeves-Longplayer, weitere 25 sollen folgen. Zomba begleitet die Aktion mit einer breitangelegten Marketingkampagne.

“Greensleeves Records spielt für Zomba eine große Rolle“, erklärt Thomas Simon, Labelmanager bei Zomba, im Gespräch mit musikwoche.de: „Die sehr gute Zusammenarbeit animierte uns dazu, mit Crojan und Ariwa (mad Professor) zwei weitere Reggae-Labels in den Vertrieb zu nehmen“. Simon ist mit der Arbeit des Labels sehr zufrieden. „Wir verkaufen von Tag zu Tag mehr Reggae-Titel“, freut sich der Zomba-Mitarbeiter. Zum Jubiläum der Firma, die 1975 als Plattenladen und 1977 als Label begann (siehe Kasten), veröffentlicht Greensleeves insgesamt 100 Titel aus dem Backkatalog neu. Alle Alben wurden klanglich aufgefrischt. Am 23. April beginnt die Aktion mit der Veröffentlichung von 25 Titeln, die restlichen 75 sollen im zwei bis drei-monatlichen Rhythmus bis zum Jahresende folgen. Die ganzjährige Kampagne wird im Pressebereich durch Features in den Zeitschriften „Musikexpress“, „Touch“, „WOM-Journal“, „Style“ und „Juice“ sowie in der „Süddeutschen Zeitung“ gestartet. Im Handel sollen Regaltrenner auf die Wiederveröffentlichungs-Serie hinweisen. An Kunden der traditionellen Händler und die der Mailorder-Anbieter wurden insgesamt 2000 Snippet-CDs verschenkt, auf denen jeder Künstler mit je zwei Minuten vertreten ist. „Das Jubiläum beschäftigt uns das ganze Jahr über, es würde keinen Sinn machen, den Marketingetat jetzt schnell auszugeben“, kommentiert Simon. Im Sommer will Zomba auf die Live-Qualitäten der Greensleeves-Künstler setzen: Parallel zu den Auftritten dieser Musiker bei Festivals sollen in Zusammenarbeit mit Markenartiklern weitere Snippit-CDs oder -Tapes konzipiert werden. Insgesamt umfasst der Greensleeves-Katalog derzeit rund 170 Titel, Verkaufsrenner war bei Zomba bisher das Album „Bobo Ahanti“ von Sizzla, bei den Compilations verkaufte sich „The Biggst Ragga Dancehall Anthems 2000“ bislang am Besten. Ein Interview mit Greensleeves-Mitgründer Chris Cracknell lesen Sie in der nächsten Ausgabe.

Die Greensleeves-Story

Greensleeves tauchte zum ersten Mal als Name eines Plattenladens auf, der im November 1975 in Weat Ealing, London, gegründet wurde. Zwei Jahre später startete das Label Greensleeves mit den Singles „Where Is Jah“ von Reggae Regular und „Born For A Purpose“ von Dr. Alimantado. Bereits 1980 nahm das Label mehr Platz in der Tätigkeit der Greensleeves-Gründer Chris Cracknell und Chris Sedgwick ein als der Plattenladen. Veröffentlichungen von Eek-A-Mouse, Yellowman, Josey Wales und Johnny Osbourne festigten Mitte der Achtziger den Ruf des Labels. 1986 verzeichnete Greensleeves mit Tippa Iries Single „Hello Darling“ seinen ersten Top-30-Hit, den größten Erfolg bis dato hatte Shaggy mit seiner Debüt-Single „Oh Carolina“. Sie erreichte 1993 Platz eins der UK-Single-Charts. Im März 1998 konnte die Plattenfirma den Erfolg wiederholen, die Single „Who Am I“ von Beanie Man war ebenfalls auf Platz eins in England. Im Laufe der Jahre baute sich das Label auch einen Verlagsarm auf, Greensleeves Publishing administriert derzeit über 9000 Songs.

Die ersten 25 Jubiläumsveröffentlichungen

Augustus Pablo: Original Rockers Barrington Levy: Here I Come Beenie Man: Maestro Bounty Killer: Jamaica’s Most Wanted Bushman: Nyah Man Chant Capleton: Alms House Clint Eastwood & General Saint: Two Bad DJ Dennis Brown: Slow Down Doctor Alimantado: Best Dressed Chicken In Town Don Carlos: Day To Day Living Eek-A-Mouse: Wa-Do-Dem Freddie McGregor: Big Ship Garnett Silk: Lord Watch Over Your Shoulders Gregory Isaacs: Red Rose For Gregory Half Pint: One In A Million John Holt: Police In Helicopter King Tubby: Dangerous Dub Ras Michael: Rastafari Scientist: Rids The World Of Evil Curse Of The Vampires Shabba Ranks: Rappin‘ With The Ladies Shaggy: Pure Pleasure Various Artists: Live At Aces Various Artists: Hardcore Ragga Vol. 1 Wailing Souls: Firehouse Rock Yellowman: Mister Yelloman