MUSIKWoche: Wie beurteilen Sie den Wechsel von TIS zu WSM? Wolfgang Johannßen: Der Wechsel hat hier eher eine untergeordnete Rolle gespielt, da es sich um eine umsatzstrategische Entscheidung handelte. Vielmehr sehe ich hier die Chancen in einer neutraleren Positionierung im Markt als eigene Produktdevision, die ihr Produkt an einen schlagkräftigen Warner-Vertrieb liefert.
MW: TIS besetzt viele Nischenthemen. Sehen Sie bei WSM neue Chancen für deren Vermarktung? Innerhalb einer Abteilung, die eher für erfolgreiche TV-Themen zuständig ist? Johannßen: Ich denke, es überwiegen die Chancen, da wir jetzt innerhalb einer neutralen Warner Company labelübergreifend tätig sind und politisch uneingeschränkt alle unsere Möglichkeiten ausschöpfen. Das gilt für die Betreuung der Independent-Labels, für die Auswertung der konzerneigenen Labels Warner, Elektra, Atlantic und Rhino, sowie nach wie vor die Durchführung des traditionellen Import-Geschäftes. Darüberhinaus gewinnen wir zusätzliche Vertriebspower, da wir nun durch WSM Zugriff auf den Bereich Telesales haben. Der TIS bleibt in der Art der Akquisition und des Vermarktens so, wie der Markt ihn seit der Neuausrichtung 1995 kennt.
MW: Brancheninsider munkeln, dass viele TIS-Labels vom Wechsel nicht begeistert waren. Welche Vorbehalte gab es? Johannßen: Es wird in solche Gerüchte viel zu viel hineininterpretiert. Wenn ein Label sich Sorgen macht und Dinge hinterfragt, ist es nur verständlich. Es ist dann an uns, aufzuklären und zu informieren.
MW: Behält TIS alle Labels? Oder setzen Sie neue Schwerpunkte? Johannßen: Alle Labels bleiben. Wir sind zudem immer auf der Suche nach neuen Produktquellen aus der Independent-Szene.





