Wirtschaftsbericht 1998 des Bundesverbands Phono

Nach der Stagnation jetzt der leichte Schwund: Der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft e.V. meldete auf seiner Jahrespressekonferenz am 14. April zum ersten Mal ein Minus für den deutschen Tonträgermarkt.

Nach einem Umsatz-Boom zu Beginn des Jahrzehnts und einer weitgehend stabilen Entwicklung in den letzten Jahren mußten die Vertreter der deutschen Musikindustrie nun erstmals über einen Rückgang der Umsätze berichten: Insgesamt 4,985 Milliarden Mark (Basis: Endverbraucherpreise inklusive Mehrwertsteuer) setzten die Verbandsfirmen mit Tonträgern aller Formate und Preisklassen über Handel, Clubs und Mailorder um.

Dies entspricht einem Rückgang von 1,5 Prozent gegenüber 1997. Schon die ersten drei Quartale des vergangenen Jahres seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben, hieß es. Das vierte Quartal mit dem starken Weihnachtsgeschäft habe die Rückgänge weitgehend, jedoch nicht vollständig kompensieren können. Der Absatz von Longplay-Tonträgern aller Formate (CD, MC und LP) sank um 2,4 Prozent auf 218,9 Millionen Stück, bei den Singles lag der Absatz mit 51,8 Millionen Stück um 0,4 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Der Verband, der mit seiner Bilanz 94 Prozent (1997: 91 Prozent) des deutschen Markts widerspiegelt, beziffert das Volumen desselben auf 5,3 Milliarden Mark, was um 1,4 Prozent unter dem Vorjahreswert liegt. Die Industrie nennt mehrere Gründe für die Ergebnisse: Nach wie vor habe sich die Konkurrenz mit anderen Entertainment-Angeboten wie Computer-Software und Konsolenspielen negativ auf die Umsätze der Tonträger ausgewirkt. Der Verband beklagt aber auch eine „unbefriedigende Präsenz von Musik in den Medien“ (siehe Seite 9) und sieht in der durch harten Preiswettbewerb ausgedünnten Handelslandschaft einen negativen Faktor. Zudem sei das Konsumklima nach wie vor unbefriedigend.