Kuvezin kommt aus der Republik Tuva, jener autonomen Region in Russland an der Grenze zur Mongolei, wo man noch den traditionellen Obertongesang pflegt und ein Pferd als Äquivalent einer westlichen Harley Davidson gilt. Mit seiner Gruppe Yat-Kha hat Kuvezin bislang drei Alben aufgenommen, die nicht nur Weltmusikliebhaber wie Brian Eno begeisterten. Album Nummer drei heißt „Aldyn Dashka“ („Die goldene Tasse“) und ist kürzlich bei Exil Musik (Best.-Nr. CD: 9844-2, im Vertrieb von Indigo) erschienen.
Es vermittelt mit dröhnendem Obertongesang und dem Saiteninstrument Shanzi, einem Pendant zum Banjo, fast schon Country-Feeling und verbindet Tuva-Tradition dezent mit modernen Einflüssen westlicher Musik. Neben den Tuvanern erscheinen in diesem Frühjahr im Exil, also auf dem Label der Weltmusikpioniere Dissidenten, noch einige andere hörenswerte Themen.
So zum Beispiel „Baro“, das neue Album des Gitarristen und Sängers Habib Koité aus Mali (9858-2), der mit seiner Band Bamada entspannte und rhythmisch filigrane Akustik-Arrangements zwischen westafrikanischer Tradition und westlichen Elementen webt. Koité hat seine neue Heimat beim US-Label Putumayo gefunden, dessen Partner im deutschsprachigen Raum Exil ist.
Von Putumayo stammt dann auch ein musikalischer Leitfaden zur Flucht aus dem schnöden Alltag: „Gardens Of Eden“ (9783-2) versammelt paradiesische Musik aus Madagaskar und Papua-Neuguinea, aus Brasilien, Hawaii, Tibet und anderen Rückzugsgebieten. Mit „Putumayo Presents Mexico“ (9813-2) schließlich gibt es einen Sampler, der die Spielarten mexikanischer Musik abseits der gängigen Klischees anhand einiger exquisiter Beispiele vorstellt.





