MusikWoche: Herr Lichte, als „Branchen-Anwalt“ traut Ihnen niemand den Ruhestand zu, wie sehen Ihre Pläne aus?
Walter Lichte: Ich werde der Stiftung Nordoff/ Robbins weiterhin verbunden bleiben und mich insbesondere um die Zukunftssicherung dieses Projektes beratend kümmern.
MW: Was bedeutet Zukunftssicherung?
Lichte: Das Institut für Musiktherapie an der Universität Witten/ Herdecke hat inzwischen Nachahmer gefunden und sich als Ausbilder in diesem Bereich einen Namen gemacht. Andererseits fehlt eine langfristig gesicherte Perspektive, was für die Mitarbeiter nicht zumutbar ist. Die Erfolge des Institutes sind unumstritten, weshalb wir jetzt von einem Zehn-Jahres-Plan sprechen, der das Stiftungsvermögen erhöhen und die Existenz dauerhaft sichern soll.
MW: Wie sieht dieser Plan konkret aus?
Lichte: Wir hoffen auf mehr Unterstützung und denken über neue Aktionen nach. Der Wunsch besteht darin, dass das Stiftungsvermögen zukünftig möglichst den laufenden Etat finanzieren soll, hierzu müsste es auf rund 40 Millionen Mark erhöht werden. In dieser Größenordnung wären sämtliche Projektbereiche durchfinanziert und die allseits gewünschte Expansion, gerade im Ausbildungsbereich, könnte ebenfalls vorangetrieben werden.
MW: Frau von Vaernewyck, erstmals findet der Deutsche Schallplattenpreis Echo ohne das berühmte Fund Raising Dinner am Vorabend statt. Was halten Sie davon?
Fiona von Vaernewyck: Wir waren natürlich alle sehr über diesen Entschluss enttäuscht, gerade weil diese Veranstaltung auch innerhalb der Branche sehr beliebt war. Man konnte sich ungezwungen treffen und sich über die momentan laufende Arbeit der Nordoff/Robbins Stiftung informieren.
MW: Bedeutet das angesichts der dort stets gesammelten Gelder auch einen finanziellen Verlust?
von Vaernewyck: Nein, hier wurde lediglich dem Echo-Standortwechsel auch ein geänderter Ablauf der Veranstaltung in Berlin verpasst. Die Branche steht weiter hinter uns und wird uns wie gewohnt weiterhin unterstützen. Wir bleiben in Hamburg und werden am 31. Mai dort unser Fund Raising Dinner in einem neuen Umfeld veranstalten.
MW: Mit welchen Ambitionen haben Sie dieses Amt übernommen?
von Vaernewyck: Um die Zukunftssicherung der Arbeit der Nordoff/Robbins Stiftung zu gewährleisten, möchte ich alles mir Mögliche tun und mit neuen und alten Partnern weiterhin engagiert zusammenarbeiten.




